Montag, Juli 01, 2013

Andrea Zaumseil



 Veröffentlicht am 15.07.2012

Denkmal zum Flugzeugunglück vom 1. Juli 2002 bei Überlingen

In der Nacht vom 1. auf den 2. Juli 2002 stießen im Luftraum nördlich des Bodensees nahe Überlingen zwei Flugzeuge zusammen. Die aus Baschkortostan kommende Maschine mit 49 Kindern und 20 Erwachsenen an Bord zerschellte unweit von Brachenreuthe, die aus Italien kommende Frachtmaschine mit zwei Piloten an Bord stürzte etwa 15 km weiter im Hinterland bei Taisersdorf ab. Flugzeugteile und Leichen, auch abgerissene Körperteile fanden sich in weitem Umkreis. Am Boden kam niemand und nichts zu nennenswertem Schaden.

In Erinnerung an dieses Unglück, an das jähe Reißen des Lebensfadens der Opfer, liegt nun nahe der Stelle, an der der größte Teil der aus Baschkortostan kommenden Passagiermaschine zu Boden stürzte, eine überdimensionale zerrissenen Perlenkette. Sie liegt zum Teil im Dunkel einer Waldschneise, zum Teil außerhalb des Waldes. Manche Perlen haben sich bereits vom Faden gelöst, liegen auf abschüssigem Gelände. Sie hätten weiterrollen können, in Richtung der nahegelegenen Stadt, sie sind nur durch Zufall zum Stillstand gekommen.

Auf der anderen Seite des Waldes Richtung Owingen, in einem Gebiet, in dem weitere Opfer des Unglücks gefunden worden waren und in dem sich kleine private Gedenkflecken mit Kreuzen, Blumen, Spielzeug, Fotos verstecken, liegt eine weitere Perle, ebenso 15 km weiter nördlich bei Taisersdorf, wo die aus Bergamo kommende Frachtmaschine zerschellte und beide Piloten zu Tode kamen.

Des Unglücks zu gedenken ist vor allem dies: MEMENTO MORI!

Text: Andrea Zaumseil