Dienstag, Juni 04, 2013

Gammler Mord in Konstanz



1970 war der "Summer of Love" vorbei.

Jochen, mein Bruder, 10 Jahre alt, tödlicher Fahrradunfall.

James Marshall „Jimi“ Hendrix (* 27. November 1942 in Seattle, Washington; † 18. September 1970 in London)

Janis Lyn Joplin (* 19. Januar 1943 in Port Arthur, Texas; † 4. Oktober 1970 in Los Angeles)

James Douglas „Jim“ Morrison (* 8. Dezember 1943 in Melbourne, Florida; † 3. Juli 1971 in Paris)

Die Karten für das Festival gab ich wieder zurück. Ich hatte meinen ersten Ferienjob. Furchtbar stumpfsinnige Arbeit für 2,50 DM die Stunde. An dem Tag als das Festval begann war ich in Konstanz und kaufte wohl eine Schallplatte vom ersten selbstverdienten Geld.
Im Sommer 1971 dachte ich die Welt geht unter. Meine keine 2 Jahre alte Schwester hatte Rückenmarkkrebs. Nach Operation Rollstuhfahrerin und inzwischen  stolze Mutter einer gesunden Tochter.

Rainer







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1970 fand in Konstanz das erste Open-Air-Festival statt. Es endete wie sein großes amerikanisches Vorbild - als grandioses Desaster
VON CHRISTOPH WAGNER
„Greatest Show at Bodensee" stand auf dem Plakat, das für den 8. und 9. August 1970 in Konstanz ein großes Rockfestival unter freiem Himmel ankündigte - eines der ersten Open-Airs in der Bundesrepublik. Die Liste der Stars konnte sich sehen lassen: Neben Bands wie
Country Joe & The Fish aus Amerika wurden Peter Green, Humble Pie und Colosseum aus England erwartet.
Zwei junge Männer aus Reutlingen standen hinter dem Projekt. Horst Werb, Student und Mitbetreiber der Non-Profit-Konzertagentur GIG, sowie Heinz Bertsch, Betreiber der Reutlinger Diskothek Black Mustang. Werb war im Sommer 1969 zum Popfestival auf die Isle of Wight nach England gefahren und so begeistert zurückgekehrt, dass er Bertsch überredete, ein ähnliches Festival auch im deutschen Südwesten zu organisieren. Wegen der vielen Ton-risten im Sommer schien Konstanz der geeignete Ort. Auch hoffte man auf zahlreiche Besucher aus der Schweiz. Als Austragungsort bot sich das Bodenseestadion an. Nachdem die Organisatoren mit der Stadt einig geworden waren, begannen sie mit der Programmplanung. Man wollte ein internationales „Line-Up" präsentieren: nicht kleckern, sondern klotzen. Es gab Hinweise, dass Gitarren-Superstar Peter Green nach seinem Weggang von Fleetwood Mac wieder Konzerte geben würde. Das wäre ein Knaller gewesen. Werb griff zu. Allerdings beharrte die englische Agentur auf einer Vorauszahlung der gesamten Gage, was nicht aus der Portokasse zu bestreiten war.
Dann kam der erste Rückschlag. Wegen Protesten aus der Bevölkerung gegen „Gammler" und „Langhaarige" zog die Konstanzer Stadtverwaltung ihre Zusage für das Bodenseestadion zurück und bot als Ersatz das Areal Klein-Venedig an. Widerwillig ließen sich die Organisatoren auf den Ortswechsel ein, wohl wissend, dass das neue Gelände größereAbsperrungsprobleme mit sich bringen würde. Auch eine Bühne musste erstellt werden -zusätzlichen Kosten, mit denen man nicht gerechnet hatte.
Dann sagte auch noch Peter Green wegen Krankheit ab. „Wir standen im Taifun", erinnert sich Werb. „Am liebsten hätten wit uns auf eine einsame Insel verzogen, aber es bestanden ja Verträge. Da konnten wir keinen Rückzieher machen." Werb fand als Ersatz die amerikanischen Hardrocker MC5, dazu Manfred Mann - bekannte Namen damals. Die Welt war wieder in Ordnung, bis ein Schweizer Boulevard-Blatt eine Breitseite gegen das Festival schoss: Über dieAbsage von Peter Green wurde groß berichtet, MC5 und Manfred Mann dagegen nur in einem Nebensatz erwähnt. Der Kartenverkauf in der Schweiz brach ein. Am Freitag vor dem Festival waren erst 2000 Tickets verkauft, davon 300 in Konstanz. „Wir haben stark mit dem Geld aus dem Vorverkauf gerechnet. Als das ausblieb, hat sich Heinz Bertsch finanziell ziemlich strecken müssen", erzählt Horst Werb.
Zum Festivalauftakt das nächste Debakel: Es regnete in Strömen. Der Konzertplatz verwandelte sich in ein Feld aus Schlamm und Morast. Mit Flugblättern machte die NPD gegen das „arbeitsscheue und asoziale Gesindel" Stimmung, das zum Festival anreiste, was nicht ohne Nachhall blieb. „Wenn es zu tätlichen Auseinandersetzungen zwischen Festival-Teilnehmern und Bevölkerung gekommen sei, seien diese ohne Ausnahme von den Bürgern provoziert worden", berichtete der SÜDKURIER. Die Auftritte der Bands verzögerten sich, weil die Chartermaschine mit den englischen Musikern wegen schlechten Wetters von Zürich nach Basel umgeleitet werden musste. Die Organisation geriet aus den Fugen, die Stimmung war auf den Tiefpunkt. Unter Plastikplanen und in Zelten
suchten die Besucher Schutz vor den Wassermassen. Weil die Stadtverwaltung nur einen einzigen Toilettenwagen aufgestellt hatte, herrschten bald „menschenunwürdige Zustände", wie es im SÜDKURIER hieß.
Entschädigung bot die Musik. „MC5 war der Kracher", schwärmt Werb noch heute. „Man kann nicht umhin, das Stehvermögen der Zuschauer zu bewundern, bestimmte Bands hören zu wollen", lobte diese Zeitung. „Trotz Regen, trotz einer Schlammwüste gab niemand auf." Montagfrüh bot sich ein klägliches Bild: dreckverschmierte Gestalten, von Morast zerfurchtes Gelände, Müll, wohin das Auge reichte. Für Heinz Bertsch fiel die Bilanz niederschmetternd aus. Nur 7000 Besucher waren gekommen, 3500 pro Tag. Das Defizit war enorm. Das Woodstock am Bodensee endete wie sein großes Vorbild - alsgrandioses Desaster.
Doch damit war der Vorhang noch nicht gefallen. Drei Wochen nach dem Festival wurde am

„Hippie-Treffpunkt"

am Blätzle-Platz in der Koristanzer Innenstadt am helllichten Tag der 17-jährige Lehrling Martin Katschker vom angetrunkenen Hilfsarbeiter Hans Obser mit einem

Tierschussgerät erschossen.

Der

„Konstanzer Hippie-Mord"

machte bundesweit Schlagzeilen. „Viele haben es gewünscht, und einer schritt zur Tat", kommentierte SPD-Stadtrat Reisacher das Verbrechen, während auf Flugblättern des Astas der Universität zu lesen war: „Der Täter konnte sich als ausführender Arm all der Bürger fühlen, die über die Ausmerzung der Gammler lediglich reden."

Ladysmith Black Mambazo

(LBM) ist eine A-cappella-Gruppe aus Südafrika. Die Gruppe wurde Anfang der 1960er Jahre im Township Ladysmith (KwaZulu-Natal) gegründet. Das Black im Namen bezieht sich auf ‚Schwarzer Ochse‘, welcher (traditionell) das stärkste Tier auf einer (afrikanischen) Farm darstellt. Mambazo bedeutet ‚Axt‘.

Nachdem Ladysmith Black Mambazo auf lokalen Hochzeitsfesten zwischen Durban und Johannesburg Erfolg hatte, begann sie, an Isicathamiya-Wettbewerben teilzunehmen. Die Gruppe galt bald als dermaßen gut, dass sie gelegentlich gebeten wurde, zwar aufzutreten, jedoch nicht am Wettbewerb teilzunehmen.





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Rainer