Freitag, Januar 18, 2013

Schnee am Bodensee

Und die Puppen sind immer noch sommerlich bekleidet. Aber sie beschweren sich nicht :))).





Rainer

Mnemonist S - Yannis Kyriakides - ASKO ensemble



In den späten 1940er Jahren besuchte John Cage die echofreie Kammer der Universität Harvard. Eine echofreie Kammer ist so konstruiert, dass die Wände, die Decke und der Boden keinerlei Geräusche zurückwerfen; dazu sind solche Räume oft fast vollkommen schalldicht.

Cage betrat den Raum und erwartete, rein gar nichts zu hören – aber er schrieb später:

    “[I] heard two sounds, one high and one low. When I described them to the engineer in charge, he informed me that the high one was my nervous system in operation, the low one my blood in circulation.”

    „[Ich] hörte zwei Töne, einen hohen und einen tiefen. Als ich dies dem verantwortlichen Ingenieur beschrieb, erklärte er mir, dass der hohe Ton ständig vom Nervensystem erzeugt werde, während der tiefe von der Blutzirkulation stamme.“[1]

Ob diese Erklärung der Tatsache entspricht oder nicht, Cage begab sich an einen Ort, wo er kein Geräusch erwartete – und trotzdem solche hörte.

    „Bis ich sterbe, wird es Geräusche geben. Und diese werden meinen Tod überdauern. Man braucht keine Angst um die Zukunft der Musik zu haben.“

Diese Erfahrung führte, zusammen mit vielen weiteren Erfahrungen, u. a. der Beschäftigung mit den Bildern Rauschenbergs, zu 4′33″.

Uraufführung

Während der Uraufführung am 29. August 1952 in der Maverick Concert Hall bei Woodstock (New York) zeigte der Pianist David Tudor die 3 Sätze durch Schließen und Öffnen des Klavierdeckels an. Er erwürfelte vor der Aufführung die jeweilige Dauer der drei Sätze mit 33″, 2′40″ und 1′20″, was eine Gesamtlänge von 4′33″ ergibt. Die Aufführung erzeugte einen Skandal, da den Zuhörern nicht bewusst war, dass bei der Interpretation dieser Komposition keine Musik zu hören war.


John Cage - 4'33" QUB Student Number 40041874


John Cage - 4'33" QUB Student Number 40041874




18.01.2013 - vor 9:15