Montag, Oktober 29, 2012

1972

in diesem Jahr lernte ich Gitarre zu spielen und merkte recht schnell, dass ich immer ein grottenschlechter Gitarrist bleiben werde und das zu Zeiten als man in London „Clapton is god“ an Wände sprühte und diese Gitarrengötter die Szene beherrschten. Doch diese Götter hatten auch mal klein angefangen und lernten Gitarre spielen mit Hilfe von Country Blues Platten. Musik gespielt von zahnlosen Negen die an jeder Hand einen Finger verloren hatten. 

Doch auch hier zog ich den kürzeren. Das war weder im Radio zu hören und es gab im hiesigen muffigen Plattenladen mit angeschlossenem Stereo Truhen Handel nicht zu kaufen.

Ich hatte so dunstige Vorstellung wie das klingen könnte oder sollte und da stand dann eine D-LP von Duane Allmann.






Für einen, wow, Sonderpreis von 29.- DM. Damals kostete eine D-LP an die 40 DM.

Ein Mann der an einem See steht und fischt, das könnte passen, dachte ich

Ein Mann der am Tag schwer als Knecht arbeitet, am Abend vor seiner Hütte sitzt, Spiritus trinkt, während seine hübsche Frau seinem Master gerade zur Verfügung stehen muss und am Abend fischt, damit seine Kinder auch etwas Proteine bekommen und dann noch Zeit findet selbstmörderischen, tieftraurigen Countryblues zu spielen auf einer zerbeulten Blechgitarre die nur noch 5 Saiten hat.

Dieser Mann muss den richtigen echten, megacoolen Blues in seinen Blutadern haben.

Damit war mein Taschengeld dann erst mal weg und ich damit völlig pleite.

Ein Lied kam dieser Vorstellung von mir vom echtem Natur- Missisipie Delta Blues am meisten entgegen



Dann oft gehört, mit einer bitteren Träne danach. Denn auf diesem Lied folgte „Laya“ wo das Weichei und Warmduscher Eric „Slowhand“ Clapton vor Schmerz und Selbstmitleid zerfließt und seiner EX nachheult.
Warum nur, gilt dieser Mann nur als guter Gitarrist? Das werde ich nie begreifen! Gefühlsduselei macht der.

Meist hob ich die Plattennadel. Konnte diesen Mist nicht ertragen



Rainer

Duane verünglückte am 29.10.1971 tödlich mit seinem Moped.

29.10.2012