Montag, August 27, 2012

Freitag



Raag Madhuvanti



Brian Samuel Epstein (* 19. September 1934 in Liverpool, England; † 27. August 1967 in London, England) war ein britischer Geschäftsmann, der bekannt wurde als Manager der Musikgruppe The Beatles und weiterer Gruppen aus Liverpool.
..... versuchte man, ihn telefonisch in der Chapel Street zu erreichen. Das schlug fehl. Als sich die Vermutung verstärkte, dass etwas nicht stimmen könnte, ließ man in Anwesenheit von Epsteins Hausarzt die Wohnungstüren aufbrechen. Epstein lag tot auf seinem Bett, gestorben an einer Überdosis Carbitral-Schlaftabletten.

Samstags im Nettoghetto

st immer wieder schön. Vor allem wenn man eigentlich gesund essen will.

Das Lädchen, als kurze Vorabinfo, ist der einzige Lebensmittelladen in der Innenstadt, der a) irgendwie immer auf hat, b) auch Alkohol verkauft und das ganze c) auchnoch billig. Das Klientel ist entsprechend und kann durchaus einen Kinobesuch ersetzen. Man ist kundenorientiert, bietet neben den Blumensträußchen Grußkarten an und hat die Fruchtsäfte neben den Spirituosen plaziert. Der hintere Teil des Ladens besteht aus Süßigkeiten und Dosenfutter, Gemüse steht nur aus optischen Gründen vorne. Ich war hier schön öfter, die "Kann ich das Pfand haben?" Bettler vorm Eingang und ich, als naiver wie großzügiger Mensch, wir kennen uns.

Das Ziel ist eine Stange Lauch, Tomaten, Feldsalat, Ziegenfrischkäse, Möhren und Kokosnussmilch zu kriegen - ein bisschen fühle ich mich als würde ich bei Birkenstock nach High Heels suchen, bin aber optimistisch das nichts davon auverkauft sein wird. Ist es auch nicht, man hat es nicht im Sortiment. Lauch und Möhren gibt es immerhin als Suppengrünpaket, das sich eher als Suppenbraun entpuppt, dafür rotzfingersicher eingepackt ist. Tomaten gibt es in verschiedenen Varianten, ebenso Feldsalat - beide Regalfächer sind, ebenso wie beim Ziegenfrischkäse, auch Samstags um 21 Uhr noch gut gefüllt.

Da ich mal wieder keinen Einkaufswagen habe balanciere ich meinen Einkauf geschickt Richtung Kasse, auch zwei Joghurts finden noch ein Eckchen, sodass mein Sichtfeld etwas eingeschränkt ist als ich mich zielsicher an die längere Schlange anstelle.

Vor mir steht eine Gruppe Punkmädels, die erst rieche bevor ich sie sehe. Mein spontaner Liebling ist das Mädel, dass 1,2,3.. mindestens 5 Stecker in den Ohren hat, die unter dem mehrfarbigen Irokesenschnitt gut zu erkennen sind. Über den ursprünglich pinken Strumpfhosen trägt sie eine offenbar selbstgehäkelte Netzstrumpfhose in verschiedenen Neonfarben, darüber ein graues Shirt mit der sympathischen Aufschrift "Wenn ich sterbe, dann besoffen". Ein Blick auf ihren Enkauf zeigt, dass sie offenbar daran arbeitet. Ihre ebenfalls gepierten Kumpaninen, dem Gesichtsschmuck nach zu urteilen nicht ganz so weit entfernt mit Zuchtbullen verwandt, stapeln Pilsner-Dosen zu Türmchen und freuen sich wenn das Laufband weiterfährt und sie zu Fall bringt.

Hinter mir steht Winnifred. Keine Ahnung ob er so heißt, aber sieht aus wie ein Winnifred. Er sieht ein bisschen aus wie eine Mischung aus Bulldogge und Harry Potter mit Kurzhaarschnitt, das senfgelbe Shirt soll vermutlich die Senfflecken darauf vertuschen. Ketchupspritzer sabotieren den von vornherein zum scheitern verurteilten Versuch. Winnifred sieht aus als würde er noch bei Mutti wohnen, aber die würde vermutlich nie zulassen das er sich den Einkaufswagen mit Cola, Pepsi und Pizza füllt. Immerhin ist kein Alkohol dabei. Meine Aufmerksamkeit wird von den Einkäufen um mich rum abgelenkt als ein pickliger Jüngling sich von hinten an den Kassierer anschleicht und fragt, ob sie "Bullshotdosn?!" haben. Der Kassierer antwortet souverän mit "Weiß ich? Ich bin Kasse!" und zieht die Pilsner-Dosen mit faszinierender Präzision über den Scanner. Die Punks vor mir zahlen Dosenbier und Kastenbier getrennt mit Kleingeld und ich bin an der Reihe.

Alles ist gut, bis er zu den Tomaten kommt. Lebensmittel ohne Strichcode verwirren ihn offenbar, er guckt etwas verdutzt in die Tüte. "Tomaten" kläre ich ihn auf, er guckt böse. Verschiedene Nummern werden in die Kasse gehauen, er storniert wieder und wieder, schafft es schließlich und kassiert knappe 10€ von mir. Beim verlassen des Ladens stelle ich fest, dass ich offenbar ein halbes Kilo Gurken gekauft habe und gehe beschwingt meiner Wege