Montag, Mai 21, 2012

Jude Grünbaum

Text von Fritz Grünbaum, auch Fritz Gruenbaum, eigentlich Franz Friedrich Grünbaum (* 7. April 1880 in Brünn; † 14. Januar 1941 im KZ Dachau) war ein österreichischer Kabarettist, Operetten- und Schlagerautor, Regisseur, Schauspieler und Conférencier. -- Am 10. März 1938, dem Tag vor dem Einmarsch der deutschen Truppen nach Österreich spielte er mit Karl Farkas ein letztes Mal im Simplicissimus. Danach erließ die Reichskulturkammer Auftrittsverbote für jüdische Künstler. Fritz Grünbaum versuchte einen Tag später mit seiner Frau in die Tschechoslowakei zu flüchten, wurde jedoch an der Grenze abgewiesen. Noch eine Weile versteckte er sich in Wien, wurde dann aber verraten und am 1. April 1938 mit dem ersten Prominententransport nach Dachau in das Konzentrationslager deportiert. Später wurde er nach Buchenwald und schließlich wieder nach Dachau gebracht. Er starb – laut Totenschein ist er „an Herzlähmung abgegangen“ – im Konzentrationslager Dachau am 14. Januar 1941, nachdem er zuvor an Silvester noch ein letztes Mal vor seinen Leidensgenossen aufgetreten war und kurz danach eine Selbsttötung versucht hatte. Tatsächlich starb er entkräftet an der Tuberkulose, zermürbt von den Demütigungen und gebrochen von den Misshandlungen; trotz der Misshandlungen und der Tuberkulose-Erkrankung verstummte seine spitze Zunge bis zum Schluss nicht, und er versuchte, auf diese Weise seinen Mithäftlingen über die schwere Zeit hinwegzuhelfen. Er trat den nationalsozialistischen Torturen mit seinen Mitteln entgegen: Er conferierte zum Beispiel, wie er das „Tausendjährige Reich“ zu besiegen gedenkt oder dass der völlige Mangel und das systematische Hungern das beste Mittel gegen die Zuckerkrankheit sei. Als ihm ein KZ-Aufseher ein Stück Seife verweigerte, kommentierte Grünbaum dies mit den Worten: „Wer für Seife kein Geld hat, soll sich kein KZ halten“. --- Als Sigi in der Wiege lag, da war es schon zu seh'n, der wird so wunderschön, wie 'n Standbild aus Athen! Und so vergingen Jahr und Tag, der Sigi wuchs heran, voll Neid war jeder Mann, da sagte man: Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist? Was kann der Sigismund dafür, dass man ihn liebt? Die Leute tun, als ob die Schönheit ein Vergeh'n ist! Man soll doch froh sein, dass es so was Schönes gibt! Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist? Der Sigi ist nun mal ein süßer Kavalier! Und dass er immer bei den Damen gern geseh'n ist, was kann der Sigismund, der Sigismund dafür? Was kann der Sigismund, der Sigismund dafür? Frau Lehmann, die sehr spröde war, die war bei Sigi zahm, weil er sich gut benahm, er ging, eh Lehmann kam! Doch wenn Herr Lehmann, der Barbar, mit unter kam zu früh und laut mit Sigi schrie, da sagte sie: Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist? Was kann der Sigismund dafür, dass man ihn liebt? Die Leute tun, als ob die Schönheit ein Vergeh'n ist! Man soll doch froh sein, dass es so was Schönes gibt! Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist? Der Sigi ist nun mal ein süßer Kavalier! Und dass er immer bei den Damen gern geseh'n ist, was kann der Sigismund, der Sigismund dafür? Was kann der Sigismund, der Sigismund dafür? Als Sigi, so mit achzig Jahr', die schöne Welt verließ, trug ihn ein Englein, süß, direkt in's Paradies. Doch Petrus rief: "Zur Hölle fahr! Hier kommt kein Sünder 'rein!" da riefen im Verein die Engelein: Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist? Was kann der Sigismund dafür, dass man ihn liebt? Die Leute tun, als ob die Schönheit ein Vergeh'n ist! Man soll doch froh sein, dass es so was Schönes gibt! Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist? Der Sigi ist nun mal ein süßer Kavalier! Und dass er immer bei den Damen gern geseh'n ist, was kann der Sigismund, der Sigismund dafür? Was kann der Sigismund, der Sigismund dafür?

Bee Gees

Mein Tagebucheintrag vom 27.02.1968. Da war ich dreizehn. Monkees und Bee Gees damals meine Helden. Rainer