Sonntag, April 29, 2012

 The Four Dreams of China




Eine Anmerkungen von La Monte Young

    Die 1962 komponierten Four Dreams of China stellen eine zusätzliche Erweiterung der Zeitstrukturen in meinem Werk dar. Als ich eine Vorstellung von Zeitlosigkeit entwickelte, legte ich fest, dass die einzelnen Aufführungen keinen Anfang und kein Ende haben sollen; jede Aufführung ist gewebt aus dem ewigen immer gleichen Faden aus Stille und Klang. Der erste Ton kommt aus einer lang andauernden Stille, und nach dem letzten Ton ist die Aufführung nicht zu Ende, sondern löst sich lediglich wieder in der Stille auf, bis eine Gruppe von Musikern dieselbe Gruppe von Tönen wieder aufnimmt, von Zeit zu Zeit den hörbaren Aspekt der Aufführung hervorhebt.

„Der allererste Klang an den ich mich erinnere, ist der Wind, der durch die Ritzen des Blockhauses in Idaho bläst, in dem ich geboren bin, und außen herum, und für mich ist das eines der wichtigsten Erlebnisse meiner frühen Kindheit. Es war beeindruckend und unglaublich schön und geheimnisvoll. Da ich nichts sah und nicht wusste, was es war, stellte ich meiner Mutter viele Stunden lang Fragen darüber.

Die Komposition

Ich komponierte The Four Dreams of China während einer Autofahrt von San Francisco nach New York im Dezember 1962. Den ersten Entwurf skizzierte ich auf die Papierserviette eines Restaurants am Straßenrand. Nach meiner Rückkehr nach New York führte ich das Werk später detailliert aus. Ich stand dabei noch unter dem Eindruck der Uraufführung meines Trio for Strings einige Monate vorher. The Four Dreams of China bildet das strukturelle, stilistische und harmonische Bindeglied zwischen meinen früheren, ausführlich notierten Arbeiten aus den späten 1950er Jahren, die aus lang gehaltenen Tönen bestehen, und späteren Arbeiten, in denen Improvisation und genau festgelegte Regeln und Elemente ineinanderfließen.

Im Trio for Strings begann ich, meinen eigenen musikalischen Modus festzulegen. Vorboten dieses ausschließlich harmonischen Vokabulars aus intervallischen und chordalen Strukturen enthielten schon meine früheren Kompositionen for Brass und for Guitar. Die eröffnenden vier Töne in for Brass stehen beispielhaft für ein klassisches Statement eines meiner „Dream Chords“ und durch das ganze Werk hindurch sind zahlreiche Beispiele der Dream Chords in verschiedenen Transpositionen zum ersten Mal in meiner Musik gesetzt. Im Trio for Strings kann man hingegen feststellen, dass jeder Akkord, jeder Dreiklang, und jedes Intervall eine Transposition eines der Dream Chords oder eine Teilmenge davon enthält. Ich entdeckte, dass es vier Dream Chords gab und jeder von ihnen wurde schließlich zum gesamten tonalen Inhalt jeweils eines der Four Dreams of China. Als ich beim Komponieren des Trio for Strings einen dieser gehaltenen Akkorde hörte, entstand vor meinen Augen eine sehr starke Vorstellung von den Klängen und der Zeitlosigkeit Chinas. Dieses Gefühl durchzieht alle vier Dream Chords und brachte mich auf den Titel The Four Dreams of China.

Die einzelnen Titel der Four Dreams of China lauten:

1. The First Dream of China
2. The First Blossom of Spring (ursprünglicher Arbeitstitel: The Plains of China)

3. The First Dream of The High-Tension Line Stepdown Transformer

4. The Second Dream of The High-Tension Line Stepdown Transformer
Jeder der vier Dreams ist aus nur vier Tönen komponiert […]

(Auszug aus den “Notes” zu den Konzerten, Copyright © La Monte Young 2011. Die vollständigen Anmerkungen in Englischer Sprache sind im Regenbogenstadl erhältlich.)

Vouge



In der La Monte Biographie



von Jeremy Grimshaw ist zu lesen:

 „A littele known photograph of La Monte Young, rarely reproduced since ist appearace alongside a pair of articles on the commposer in the May 1966 issue of Vouge, ...“



Fragt mich nicht warum Vouge, eine Modezeitschrift, damals einen Artikel über den Zauselbart veröffentlicht hat. Vielleicht sagte sich die Redaktion „wir sind die Speerspitze der Modezeitschriften und da paßt dieser merkwürdige Mann ganz gut in unser Heft rein“

Dieses Foto ist auch im Internet nicht gleich zu finden und wenn, dann sehr winzig.

Dachte mir dann. Ein Versuch ist es wert mal  bei ebay zu schauen ob diese Ausgabe Vouge, vielleicht zu haben ist.

In der USA wurde ich fündig. Tatsächlich konnte man diese Ausgabe ersteigern. Versteigerungszeit waren noch zwei Tage und seid ein paar Stunden bin ich Eigentümer von diesem Heft. Ich war der einzige Bieter.


Vogue Magazine 1966 May - Victor Hugo, Italian Boutiques, Vintage Fashion Ads

Zwischensumme: US $19,99
Verpackung und Versand per Standard Int'l Shipping: US $15,00

Gesamt US $34,99



Ein wirklich guter Preis, wenn man daran denkt, dass schon für den Begleittext einer Schallplatte von La Monte unverschämte $700 verlangt werden.

Rainer