Montag, April 16, 2012

Entschuldigung…

März 8, 2012 3 Kommentare

Ein sehr sehr trauriges Ereignis hat mir gestern passiert.
Entschuldigung, ich kann noch nicht das erklären.
Entschuldigung, ich kann nicht schreiben, wenigstens in diesem Monat.
Ich wünsche, alles wieder in Ordnung würden, und ich bald wieder hier zurückkommen.
Entschuldigung leander-san, rainer-san, mel-chan…
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Bericht aus Japan von meiner dortigen online Freundin die in der Nähe der explodierten Kernkraftwerke lebt.

Rainer :)

राग, rāg; रागः, rāgaḥ ராக



Der Raga oder Rag (Hindi: राग, rāg; Sanskrit: रागः, rāgaḥ (Maskulinum); Tamilisch: ராகம், rāgam (Neutrum)) stellt die melodische Grundstruktur der indischen Musik dar. Es handelt sich dabei um eine „Klangpersönlichkeit“, die wiederum zu einer feststehenden Tonskala, ähnlich wie die westlichen Kirchentonarten, zugeordnet ist.

Der Raga schreibt vor, welche Töne zu einem Musikstück passen. Ferner gibt der Raga bestimmte melodische und ornamentale Elemente, sowie für einige Töne geltende Spielvorschriften an. Der Raga enthält zwei Haupttöne (1. Hauptton, Vadi, und 2. Hauptton, Samvadi), auf denen die Melodiefiguren beginnen und enden, und die den Ausdrucksgehalt der Raga bestimmen. Es gibt eine Unzahl überlieferter Ragas, die oft einer bestimmten Tageszeit (z. B. Todi – Morgen-Raga, Desh – 21–24 Uhr) oder Situation (z. B. Megh – Regen-Raga, Basant – Frühling) zugeordnet sind und mit der emotionalen Qualität des jeweiligen Zeitpunkts übereinstimmen
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Komme ich nun zu dem eigentlichen Konzert von La Monte Young + seine tapferen Mitstreiter.

Die Techniker von Kamera und Ton wurden hektischer. Erwatungsvolle Blicke zur Türöffnung und tatsächlich das hochverehrte Ensemble erschien.

Als erstes

Jung Hee Choi, voice

Schwarze Hose, schwarzer Pulli

La Monte Young, voice

Schwarzer Umhang, schwarzer´Hut, großer, mächtiger Mann

Dahinter trippelte

Marian Zazeela, voice

Ihr zierlicher Körper gekleidet in einem schwarzen Flatter – Hippie - Hemdchen und den obglitatorische rosa Bändchen in ihren Rastalöckchen.

Und am Schluß

Naren Budhkar, tabla

Keine schwarze Kleidung, Starßenkleidung



Die Herrschaften setzten sich schweigend auf ihre orientalischen Sitzkissen und Mr. Young und seine Frau Marian ordneten ihre Kleider.

La Monte nahm als Kraftnahrung einen Keks zu sich.
Man packte die Mikrofone aus.

Ich kann nicht sagen wie oft ich mir überlegt habe wer der Hersteller von diesem riesigem Mikrofon von La Monte sein könnte, das auschaut als würde es 2kg wiegen. Eines weiß ich, es ist hochohmig.

Die Geräte der Damen waren etwas kleiner, sahen aber auch nicht gerade leichtgewichtig aus sondern eher wie Teile mit der man einen kräftigen Mann ruckzuck tot schlagen kann.

Mir vollkommen unklar, warum man keine Mikrofoständer benutzte. Sei´s drum, nicht mein Problem, die mußten das Zeug stundenlang in der Hand halten.

Naren Budhkar schlug auf sein Tabla um es zu stimmen. Da meinten sicher einige, daß es jetzt Konzertbeginn wäre.

Danach erst mal .... Stille

Die Damen und die Herren konzentrierten sich und La Monte began:

„aaaahaaaahahaaaaa ahaaahahaaaaaaa „aaaahaaaahahaaaaa ahaaahahaaaaaaa „aaaahaaaahahaaaaa ahaaahahaaaaaaa „aaaahaaaahahaaaaa ahaaahahaaaaaaa

Die Damen in erhöhter Tonanlage

„aaaahaaaahahaaaaa ahaaahahaaaaaaa „aaaahaaaahahaaaaa ahaaahahaaaaaaa „aaaahaaaahahaaaaa ahaaahahaaaaaaa „aaaahaaaahahaaaaa ahaaahahaaaaaaa

Der Tablaspieler Naren schaute gelangweilt, da er wußte, die nächste Stunde nichts tun zu müssen.

Der Gesangstext wurde immer und immer wiederholt.

Herr Young schaute vor allem die Jung Hee an und dirigierte sie kraftvoll mit der linken Hand.
Sie war ja relativ neu in dem Ensemble.

Der geneigte Leser bedenke bitte, dass man derartige Sangeskünste 20 Jahre, besser länger, studieren muss und Jung Hee dürfte gerde mal über dreißig sein !!

Nach der ersten halbe Stunde lag ein Gutteil des Publikums längs da mit Füßen zu den Artisten und dem Schrein, was für Inder eine schwere Beleidigung ist.

Hätten die zuvor das 50seitige Programmheft nur gründlicher gelesen. Peinlich, kann ich nur sagen.
Ich hatte das umfangreife Programmheft in englischer Sprache .... natürlich .. schon dreimal gelesen und verhielt mich richtig. Meine Füße waren unter meinem Po. So ist es richtig.

Nach der ersten halben Stunde wurde ich selbst konzentrierter und hörte und vor allem schaute genauer hin.

Als der Tablaspieler Naren ein paar Töne seinem Instrument entlockte, dämmerte in mir eine winzige Erleuchtung.
Dier Singsang war zu diesem Zeitpunkt erregter, ich meinte zu hören, das die Stimmen sich fast streiten. La Monte wurde fast heftig und das Tabla unterstütze die Stimmung von La Monte.

La Monte erschien wütend und bedrohlich, Jung Hee schien ab zu wiegeln, ihn zu beruhigen.

Und tatsächlich. Kein Tabularasa mehr und wie durch ein Wunder das wärmende:

„aaaahaaaahahaaaaa ahaaahahaaaaaaa „aaaahaaaahahaaaaa ahaaahahaaaaaaa „aaaahaaaahahaaaaa ahaaahahaaaaaaa „aaaahaaaahahaaaaa ahaaahahaaaaaaa“

Nun denn. Meine Nikotingier trieb mich dann raus in das Freie.
Ein sichtlich entnervter Herr folgte mir und nörgelte etwas von einem „indischen Blödsinn“

Ich trollte mich zum Klosterwirt, dort war ein Höllenlärm wegen einer Hochzeit, rief meinen Taxifahrer an, der nach fünf Minuten erschien und mich in das Hotel brachte.

Meine Nacht war dann etwas durchwachsen. Nicht so sehr wegen Monte, sondern wegen der dünnen Decke die mich in einen Eisklotz verwandelte.

Am Morgen danach, nachdenklich zog ich auf dem eisigen, naßen Balkon erst mal fünf Zigaretten in mich hinein.
Auf dem Zimmerboden die Schnapsflasche. Sie war war erstaunlich voll.

Im Frühstücksraum haute ich dann rein. Brot, Tee, Müslie. War ausgehungert, da es am Abend zuvor keine Brotzeit gab.

Rainer

Das Publikum bestand aus ca. 200 Personen.

मुझे हिंदी नहीं आती |mujhe hindii nehin aatii.




Die nette junge Dame und ich, wir duzten uns inzwischen, schritten durch die Tür des Regenbogenstadl.

Weißer Teppichboden, magentafarbene Licht, in der Räucherstäbcheluft ein lautes Drönen oder Sirren und wurden vom Personal erst mal angezischt :“Schuhe ausziehen, in die Hand nehmen und bei Kasse abliefern !!!!“

Bei dem Kasernenton gehorchten alle sofort.

Langsam kamen wir der Kasse näher.
Ich hatte reserviert und bekam damit mühelos meine Karte für €30.

Einige hatten Sitzkissen mitgebracht. Die wenige Stühle oder Bänke waren für Gebrechliche reserviert.

Setzte mich also auf den Boden.

Sprach einen Herr an, der einen sehr gebildeteten Eindruck machte, und fragte ihn was ihn zu La Monte Young treibe.
Er erzählte stolz, dass er Musiklehrer für klassische Musik ist und mit seinen Schüler diese heiligen Hallen reglmäßig besucht.

Aha, dachte ich mir, der wird sich wohl auskennen, und wollte etwas angeben und erzählte ihm von Velvet Underground, John Cale, Lou Reed und Nico.
Er antwortete:“Sie meinen sicher John Cage der 1912 geboren wurde. Kennen sie eigentlich Terry Riley?“
Ich: „Nein, ich meine Cale nicht Cage. Cage war der ein Lehrer von Cale. Terry Riley hörte ich zum ersten Mal 1973 und Terry war der Schulfreund von La Monte Young. Und die beiden sind heute noch gut befreundet.“

Er, inzwischen kreidebleich: „Ach wirklich! Das wußte ich jetzt nicht.“

Ich drehte ihm eiskalt den Rücken zu. Dieser junge Mann hatte keine Ahnung. Was für eine Pappnase. Musiklehrer schimpfte sich diese Gestalt. Banause. Ich war zutiefst beleidigt

Ich betrachtet meine DigiCam, drückte aus Versehen, ich schwöre es, es war so, den Auslöseknopf und es blitzte.

Es wurde dann sehr ungemütlich.

Ein junger Mann der an den Armen furchterregende Tattoos hatte stürzte auf mich und zückte einen schweren Revolver



und setzte die Mündung auf meine Stirn. Er blaffte mich an:

„No Flash, No Flash“

Verängstigt schob ich die Kamera in meiner Tasche.

Er ging zurück, Nähe Bühne und beobachte wie ein Schießhund das Publikum feindseelig.

Eine Dame passierte das gleiche zweimal hintereinander. Beim dritten Mal führte man sie aus dem Raum. Ein Raunen ging durch den Saal.

Sie wurde noch in der Nacht vor dem Klosterwirt in Polling bei lebendigem Leib verbrannt.
Mit Höllengesängen des örtlichen Kirchenchor, unterstützt von dem Ragatrommler des La Monte Young.
Der Meister selbst und seine Frau sollen sich das Schauspiel vom Hotelfenster aus angesehen haben.
Schweigend.

Rainer

नमस्ते ! namastee !

Das war „Guten Morgen“ auf indisch

Der Ort des Geschehens ... Polling



im Regenbogenstadl



Vor dem Konzert bremste ein Kleinbus neben mir. Das Fenster senkte sich und ein fröhliche Dame fragte mich freundlich, aber schon etwas entnervt.

„Wissen sie wo der Regenbogenstadl ist?“

„Ganz sicher weiß ich das!“ antwortete ich „sehen die dort drüben das herunter gekommene, langgestreckte Steingebäude, das ausieht als würden vor allem Ratten darin hausen. Das ist ihr gesuchter Stadl.“

Sie nickte etwas erschrocken und meinte:

„Ich bin zwar aus Weilheim und damit aus dieser Gegend und habe dieses Haus oft gesehen, aber dort hätte ich keinen Konzertsaal vermutet.“

Fragte sie:

„Wie kommt es, dass sie La Monte Young sehen und hören wollen“

Sie „Ach, Freunde haben mir das empfohlen.“

Ich „Das ist etwas wenig was sie da über den wichtigsten Komponisten des 20.ten Jahrhundert wissen.
Kennen sie John Cale, Lou Reed oder Yoko Ono?“

Sie „Wer ist John Cale? Reed und Yoko kenne ich natürlich!“

Ich: „John Cale war 1965 ein Schüler von La Monte Young und der Young hat 1961 wohl mit Yoko geschlafen.“

Sie: „Ach du lieber Himmel. Das hätte ich jetzt wirklich nicht gedacht.“

Und brauste weiter, parkte, ging zum Regenbogenstadl, schaute etwas hilflos das Publikum an und war erfreut ein bekanntes Gesicht, mich, zu sehen.

Und dann warteten wir im kalten Nieselregen, dass die Tür für und geöffnet wird ...



Rainer

Montag nach der Reise nach Polling

Blumen auf Balkon und ein verschimmelter Jogurt.
Die Toten Hosen gibt es seid dem 14.04.1982 jetzt 30 Jahre.

Rainer

.... +7°C und leichter Nieselregen ...