Samstag, März 10, 2012

Hippie-Ikone

Was heute Madonna ist, war für mich damals Marsha Hunt. Ihr Bild, riesig, starrte ich stundenlang an.
Die Single erstand ich vor ein paar Tagen für 1,50€. Glück gehabt. Es werden auch schon 20€ bei ebay verlangt.
Für das Plakat von ihr, gleich mal 50 - 80€ .



Ihr großer Hit, das weiß ich jetzt auch erst seid fünf Minuten, „Keep the Customer Satisfied“ schrieb Paul Simon. Auf der Rückseite „Desdemona“ von Marc Bolan.





Rainer

Wer kennt sie nicht, die Hippie-Ikone, das Afri-Cola-Model, den "Hair"-Star mit der gigantischen Afrofrisur. In ihrem Buch "Real Life: The Story Of A Survivor" zeichnet Marsha Hunt ihr Leben nach, von der in der USA erlebten Kindheit über ihre Emigration nach Europa, ihren Exodus nach Australien von wo aus verschlungenen Pfade sie wieder zurück in die alte Welt führten.
Um Musik geht es natürlich auch: Alexis Korner war ihr Mentor, John Mayall ein zeitweiliger Lebenspartner, vor allem aber ein Freund für's Leben, Michael Ratledge ihr Ehemann. Sie war ein Spielball ihrer Produzenten Tony Visconti und Kit Lambert, Long John Baldry ihr Brötchengeber, die Elfe Marc Bolan ein enger Seelenverwandter, Elton John, Ricky Fataar, Mick Taylor, Roger Daltrey und Sting zählten zu ihrer Bekanntschaft ebenso wie ein gewisser Mick Jagger.



Aus der Liason mit dem "Oberstein" resultiert ein Wunschkind, Marshas Tochter Karis, und das ist schlussendlich der Mittelpunkt dieses Buches. Hunt beschreibt haarklein, wie sie als alleinerziehende Mutter versucht den Kopf über Wasser zu halten. Die Jobs im Bereich Musik, Theater, Film und Modelling warfen meist nicht viel Kohle ab, der Kindsvater machte sich rar, erst recht wenn es um Geld ging, da sparte er auf Teufel komm 'raus. Die Karriere als Sängerin stockte irgendwann, ein eigenes Musical erlitt Schiffbruch. Schlussendlich landete sie beim Radio, begann mit vorliegendem "Real Life" Bücher zu schreiben und fand damit schlussendlich ein neues, erfolgreiches Betätigungsfeld.

Eine klassische Biographie, allerdings endet sie Mitte der 80er, denn "Real Life" erschien in der Erstauflage 1986 (hier wurde eine Ausgabe von 1995 gelesen), klammert demnach die späteren, lierarischen Jahre aus... und Marsha Hunts Kampf gegen Brustkrebs lag auch noch in weiter Ferne.