Donnerstag, Oktober 13, 2011

Müllabfuhrtag heute




Geschichte wird gemacht







Guten Morgen Bernhard,

wie gesagt. Seid Technischen Gymnasium Zeiten habe ich den Namen Rudolf Hagelstange nie mehr gehört und wußte auch nicht mehr, dass dessen Sohn bei uns in der Klasse war

Meine Mutter wird noch das eine oder andere Buch von ihm haben.

Verkauft wird das heute ab 0,01€ vis 3€ bei amazon. Die Nachkriegszeit ist wohl vorbei. Für ein 30jährigen heute kaum noch verständlich.



In der Musik gibt es ähnliches. Burg Waldeck Mitte der 60ger Jahre mit Hüsch, Degenhardt, Reinhard Mey etc. Die Vor 68ger die mit den richtigen 68ger nicht so viel anfangen konnten.

Und ganz komisch wird es mir, wenn ich Aufnahmen von 1959 vom Newport Festival sehe. Da spielten damals alte schwarze Männer den Blues vor weißen Studenten was bald eine Revolution war.

Ca. 1963 holte der Fritz Rau diese schwarze Männer in die Sendeanstalten des deutschen TV (Publikum in Sonntagskleidung) und überhaupt nach Europa so dass ein Mick Jagger das erste mal seine Lieblingsmusiker live sehen konnte.

Noch besser: Vor kurzem gab ich einer 26igjährigen Live Aufnahmen von ihrem Vater (er war Sänger in einer Punkband) als sie noch gar nicht geboren war. Die ist richtig neidisch darauf was ihre Eltern erlebt haben da bei ihr alles so brav gewesen war :-))

Grüße

Rainer

Vom Podium eines beträchtlichen Prestiges herab, das sich der 47jährige Nachkriegslyriker Hagelstange in den letzten fünfzehn Jahren mit angenehm ungeschraubten Vers-Verlautbarungen und gemütszarten Reisefrüchten erwarb, meldet sich der am Bodensee gereifte Harzer Barde als Romancier zu Wort. In der begründeten Hoffnung, daß nicht das Was, sondern das Wie über Sein oder Nichtsein eines Buches entscheide, ist der Autor einer zeitkritischen "Ballade vom verschütteten Leben" (1952) in die vielbegangenen Stollen der literarischen Goldgrube Troja eingestiegen. Die pikant kolorierten "Aufzeichnungen eines trojanischen Prinzen" brachten Finderlohn: Hagelstange konnte seinem Konto 15 000 Mark - den Anfang September erstmals verliehenen Julius-Campe-Preis - gutschreiben. Als skeptisch - resignierter Kriegsberichterstatter des homerischen Stellungsgemetzels figuriert der notorische Antimilitarist und Helena-Entführer Paris, der als Protektionskind der Aphrodite an mythischen Flirts mit Divas und Nymphen naturgemäß mehr Gefallen findet als an heroischen Taten. (Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg; 344 Seiten; 14,80 Mark.)