Mittwoch, Oktober 12, 2011

Explosion in Nürnberg















Öffentliche Verkehrsmittel haben einen Vorteil. Man kann dort Alkohol trinken und kein Polizeibeamte kann einem zu nahe treten. Solange man nicht rum gröhlt oder Polster voll kotzt bekommt man auch keinen Ärger mit netten Mitmenschen.

Dieser Text tippe ich gerade im Zug Ulm - Bodensee. Gute 0,5 Liter Rotwein im Bauch. Netto Rotwein aus dem Tetrapack für 1,39. Auf Reisen ein Leichgewicht.

Abgefahren heute aus Nürnberg wo eine Messe war. Mein alter Schulfreund Bernhard, Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmen in einem kleinem Dorf im Allgäu hat mich mitgenommen und ich wurde bei allen möglichen Leuten als "Experte für explosionsgeschützte Geräte" vorgestellt. Nun, tatsächlich habe ich sieben Jahre lang explosionsgeschützte Geräte konstruiert und mit zwei TÜVs zertifizieren lassen.

Trotzdem wurde ich entlassen. Vordergründig aus wirtschaftlichen Gründen, aber mein Chef war im Grunde froh mich los zu sein. Und mir wurde eine Entscheidung abgenommen dieses Arschloch los zu sein.

So einfach ist es manchmal im Arbeitsleben. Er wird sich noch wundern wenn ich mal seinen Job in ein paar Jahren übernehme. Weil er dann wegen einem BurnOut o.ä. am Boden liegt.

Nürnberg war Messe. Viele explosionsgeschützte Geräte. Vor allem für chemische Industrie und Lebensmittelindustrie.

Beschaulich und auch geschäftig war es.

Viele schwarze Anzüge + miesen geklebten Schuhen und bei den Damen schwarze, knappe Hosenanzügen *hechel*.

Die Herren wissen ein paar Grundregeln nicht. Männer kauft gute rahmengenähte Schuhe + Kniestrümpfe und wenn ihr dann günstig bei ebay und Co. Docker Jeans o.ä. und ein Sacko kauft seid ihr perfekt angezogen und schaut aus der Masse dieser Krawattenträger raus.

Meine ersten fünf Paar rahmengenähte Schuhe sind inzwischen 10 Jahre alt und immer noch tragbar und wurden gerade mal einmal neu besohlt.

Jedoch ... sah eine winzigen Stand einer Firma aus Bayern und die zwei Jungs dort trugen Tracht. Zünftige Lederhosen. Sahen sehr knackig aus.

Bis heute meinte ich etwas Bescheid zu wissen über explosionsgeschützte Geräte. Tja, das dachte ich. Wie ungeheuer groß dieser Markt ist, war mir bis heute nicht klar. Überall wo es heiß ist und Staub ist kann es knallen.
In Deutschland explodiert es 400 mal im Jahr irgendwo, d.h. fast jeden Tag einmal und jede Explosion ist zuviel, da es dann zu Menschen- und Sachschaden kommt. Das ist bitter.

Jeder rennt mit Hochtechnologiegeräten wie iphone und ipad durch die Gegend und die Industrie schafft es nicht zu vermeiden, dass wieder einmal ein Getreidesilo in die Luft fliegt.

Und wenn so etwas passiert kann ein Mitarbeiter von so einer Firma es wenigstens innerhalb von Minuten in einem Blog veröffentlichen.

Manchmal zum Verzweifeln. Oder auch gut, dann werden ein paar Chefs hoffentlich etwas wacher wenn die so etwas im Internet lesen.

Friedrichshafen ... fast zu Hause. Der Liter Rotwein im Bauch.

Rainer