Freitag, September 30, 2011

Kuhhaut

Auf der Insel Reichenau ist die älteste Kirchenausmalung jenseits der Alpen. Reichenau Klosterinsel und heute Gemüseinsel.

Leider kommt man in die Kirche inzwischen nur mit einer Führung rein. Die Kirche wurde geschlossen um die Bilder vor den Besuchern zu schützen.

Rainer





Spottbild über das Frauengeschwätz

An der Nordwand des Langhauses ist neben den Altarstufen ein seltenes Spottbild aus dem 14. Jh. erhalten, das das Geschwätz der „tumben wibun“, der törichten Frauen kritisiert. Dort heißt es:

Ich wil hie schribvn
von diesen tvmben wibvn
was hie wirt plapla gvsprochvn
vppigs in der wochvn
was wirt allvs wol gvdaht
so es wirt für den richtvr braht

(Ich will hier von den dummen Weibern schreiben; was hier an Blabla die ganze Woche geredet wird, dessen wird gedacht werden, wenn es einmal vor dem Richter steht.)

Das Gedicht ist auf eine Kuhhaut geschrieben, die von vier Teufeln im Kreis gedreht wird, und illustriert so wörtlich die Redensart vom Geschwätz, das auf keine Kuhhaut geht. Das Bild, in Sichtweite des Altars angebracht, mag den Priester ermahnt haben, in seiner Rede auf „weibisches Geplapper“ zu verzichten

Leinwanddruck

früher fast unbezahlbar. Heute bekommt man es fast geschenkt.

Künstler: Genesis P Orridge von Throbbing Gristle. Dürfte Anfang der 70ger Jahre entstanden sein.

Rainer