Freitag, Mai 13, 2011

Blick zurück im Guten


Lange ist es her als die Punker von 08/15 vor der Kamera ihr bestes gaben. Ich würd mal sagen das war so um 1979. Für mich waren 08/15 damals die erste lokale Punkband, die mir über den Weg lief und zugegebenermaßen war ich als eingefleischter Hardrocker der Oberliga Süd etwas skeptisch was deren Musik und deutsche Texte anging. Schließlich hatten wir von High Voltage in Konstanz bereits die Hoheit für anrüchige Texte. Was ich dann allerdings beim ersten Auftritt von 08/15 zu hören bekam ließ uns schnell als Weicheier in Sachen Texte aussehen. Es war aber nicht die rotzfreche Message von ein paar Humboldtschülern, die mich aufhören ließ, sondern ihre Art wie sie texteten, wie sie z.B. über Hundescheiße ein paar schlüssige Zeilen zusammengereimt hatten, die ohne Schnörkel in 1:30 Minuten auf den Punkt kamen und trotzdem zum Nachdenken anregten. Und dann diese Punkmucke, die innerhalb kürzester Zeit den immer mehr künstlich aufgeblähten Bombastrock der späten 70er verdrängen sollte. Es war die richtige Entwicklung, sonst gäbe es heute nur noch Rockbands mit Symphonieorchestern und 15 Minuten Songs.

Wie komme ich eigentlich auf 08/15? Zum einen wollte ich mit dieser Band dieses Jahr ein Revivalkonzert aufziehen, aus dem leider nichts geworden ist, weil der Drummer in Schweden lebt und ein anderes Mitglied bereits gestorben ist. Schade. Zum anderen hat DaniB vom QLT-Blatt einen schönen Artikel über die Konstanzer Musikszene in den 70er und 80er Jahren geschrieben, der im letzten QLT-Blatt veröffentlicht wurde, in dem auch 08/15 erwähnt werden