Donnerstag, Januar 27, 2011



Johnny Rotten stellte 1978 im Radio seine Lieblingslieder vor.

Rainer

Tim Buckley - "Sweet Surrender"

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The Creation - "Life Is Just Beginning"



David Bowie - "Rebe) Rebel"
The Chieftains - "Jig A Jig"



Augustus Pablo - "King Tubby Meets The Rockers Uptown"
Gary Glitter - "Doin' Alright With The Boys"
Fred Locks - "These Walls" -
Culture - "1'm Not Ashamed"
Dr Alimantado - "Born For A Purpose"
Bobby Byrd - "Back From The Dead" feil Young - "Revolution Blues"
Lou Reed - "Men Of Good Fortune"
Peter Hammill - "The Institute Of Mental Health Is Burning"
Aswad - "Jah Wonderful"
Captain Beefheart - "The Blimp"
Kevin Coyne - "Eastbourne Ladies"
Nico - "Janitor Of Lunacy"
Ken Boothe - "Is lt Because 1'm Black"
John Cale - "Legs Larry At Television Centre"
Third Ear Band - "Fleance" Can - "Halleluhwah"

Im Verlauf der Sendung wurde - nach Rottens Beschreibung, wie er in London zusammengeschlagen wurde - auch "Did You No Wrong" von den Sex Pistols gespielt (zwischen Neil Young und Lou Reed). Er hatte sich dieses Lied nicht selbst ausgesucht, es wurde von den Produzenten hinzugefügt, weil man es offensichtlich als für das Gesprächsthema relevant hielt. Das Stück war gerade erst als B-Seite von »God Save The Qjeen« erschienen. Es war eine etwas merkwürdige Wahl, weil dieser Song fast ganz von Wally Nightingale geschrieben war (auch wenn das damals nicht angegeben wurde). Man darf jedoch nicht vergessen, daß dieses Stück und die dazugehörige A-Seite zum Zeitpunkt der Sendung die einzigen im Handel erhältlichen Sex-Pistols-Stücke waren - die »Anarchy«-Single war nicht mehr erhältlich, seit die Band von EMI fallengelassen worden war. Das Debütalbum der Pistols wurde natürlich erst im Oktober des Jahres veröf`entlicht.

Prog – Rock

Der unten stehende Artikel erschien um 1977 und schildert die Nöte die manch Prog Rock Band erzeugte. Für mich war Prog Rock schon beim Auftauchen gestorben.
Hörte vor 1977 viel Country Blues



Rainer

Jane bleibt Jane ....so hieß ein Film, den die Kölner Filmemacher Rolf Bührmann und Walter Bockmeier im letzten Jahr in die Kinos und anschließend auch ins Fernsehen brachten. Es ging dabei um so etwas ähnliches wie eine Tarzangeschichte, jenem eher tumben, dafür aber um so kräftigeren Freund aus dem „Busch". Als Schauspieler hatten die als exzentrisch verschrieenen Kölner alte Bekannte engagiert, die aus der Ariel-Fernsehwerbung berühmte Klementine und ex-Mister Universum Karl Blömer.
Jetzt wird der liebe Leser natürlich wissen wollen, was es mit dieser doch recht ungewöhnlichen Einleitung auf sich hat, denn bis jetzt ist es wirklich schwer, sich einen Reim auf das zu machen, was der Lukas Murnau vorhat.
Eigentlich ist es eine pure Koinzidenz, aber komischerweise heißt nicht nur Tarzans Rasseweib - in Bockmeiers Film Insassin eines tristen Altenheims - Jane, sondern auch vier junge Herren aus der Gegend von Hannover, die sich allabendlich gemeinsam auf einer Bühne zeigen, nennen sich Jane. Und das Erstaunliche - was bei Bockmeier und Bührmann ästhetische Aussage ist, eine abgehalfterte Welt von Träumen und Phantasien, bei Jane wird es unbeabsichtigt mieseste Realität.
Es ist eigentlich ausgesprochen unangenehm, eines der dunkelsten Kapitel des Rock in Deutschland anzugehen, und schon des öfteren gab es ja wegen ähnlicher Dinge beträchtlichen Ärger, man denke nur an Klaus Böhlers „Millimetermann". Was bei Eloy eher subtil zum Tragen kommt, Unfähigkeit, Unaufrichtigkeit und Banalität, bei Jane ist es penetrant. Und das auf eine Art und Weise, die einem den Magen umdreht.
Ich wollte eigentlich nichts über Jane schreiben, wollte die Herren nur ein wenig befragen, ihre Statements abdrucken und sich den werten Leser selbst ein Urteil bilden lassen. Warum daraus nichts geworden ist, das werde ich noch sagen, eines sei allerdings jetzt schon festgestellt, wenn hier im Augenblick so etwas wie ein Schmähartikel entsteht, dann hat sich dies die Gruppe und ihr Management selbst zuzuschreiben.
Ein Schmähartikel schon allein deshalb, weil mich die Gruppe auf der Bühne mehr als ungeheuer geärgert hat. Normalerweise zeigen sich bei mir keine körperlichen Reaktionen der Musik gegenüber, selbst eine Robert Stolz-Operette kann ich mir relativ unbeteiligt zu Ohren führen, bei Jane live ist es mir das erste Mal richtig körperlich übel geworden - und das führe ich nicht auf mich zurück, sondern kreide es den Herren „Musikern" an.
Da steht eine Gruppe über zwei Stunden auf der Bühne, macht eine Show und eine Anmache, daß Dieter Thomas Heck überhaupt nichts dagegen ist. Und was kommt sonst ? Nichts !

Am besten sollte man eine kurze Szene, wie sie typisch ist für ein Jane-Konzert, einmal kurz für das häusliche Nachspielen skizzieren.

Genre: Bürgerliches Trauerspiel

Ort der Handlung: Grugahalle Essen.
Es treten auf: Essener jugendliche, ca. 1000 an der Zahl, Peter Panka (Jane), Manfred Wiczorke (Jane), Klaus Hess (Jane), Martin Hesse (Jane), eine QuadroPA-Anlage, eine Batterie Keyboards, eine Gitarre, ein Baß, einige Trommeln, einige Tonnen Elektronik, ein Manager - David (Deivid auszusprechen) Hanselmann- und ein armens Journalistenschweinchen. Wir treten gleich in den zweiten Akt des Dramas ein.
Dunkelheit, gähnend leere Halle, knapp tausend Kids vor der Bühne. Anschliessend rotes Licht von oben.

Martin Hesse (nervös, unkultiviert und polternd, Stargehabe vergeblich imitierend): Hello Essen !

Volk: Keine Reaktion.

Martin Hesse (vorherige Anweisung beachten): Du ju fiel ol reit ?

Volk (leise vor sich hinmurmelnd): Yeah?

Martin Hesse: Se sät ju fiel ol reit !! (Hebt die Hand in Deutscher-Gruß-ähnlicher Bewegung).

Volk (leise vor sich hin murmelnd) Yeah?

Martin Hesse: Jä !! Jä !!! Weer speelen yeadst for ju: Enaser Wei ! Jä! Jä!!!
Peter Panka, Manfred Wiczorke, Klaus Hess, Martin Hesse (schnappen sich die Instrumente, einigen sich auf eine der zwei ihnen bekannten Möglichkeiten drei Akkorde zusammenzusetzen und beginnen sie,in ihrem bekannten Einheitstempo zu bearbeiten. Dazu geben sie ins Mikrofon beliebige Töne vpn sich): Krach!!!

Volk (steht auf, erwiedert den deutschen Gruß endlich, schüttelt mit dem Kopf): Schweigen.
Dauer ca. 15 Minuten. Anschließend: Nebel auf der Bühne.

Martin Hesse (nervös, unkultiviert und polternd, Stargehabe vergeblich imitierend): Hello Essen !

Volk: Keine Reaktion.

Martin Hesse (vorherige Anweisung beachten): Du ju fiel ol reit ?

Volk (leise vor sich hinmurmelnd): Yeah?
Martin Hesse: Se sät ju fiel ol reit !! (Hebt die Hand in Deutsch-Gruß-ähnlicher Bewegung).

Volk (leise vor sich hinmurmelnd): Yeah?

Martin Hesse: Jä!! Jä !!! Weer speelen yeadst for ju: XYZ (beliebig), Jä !! Jä !!! Peter Panka, Manfred Wieczorke, Klaus Hess, Martin Hesse (einigen sich auf die andere der beiden ihnen bekannten Möglichkeiten, drei Akkorde zusammenzusetzen und beginnen, in ihrem bekannten Einheitstempo und beliebten 4/4 Takt mit immenser Lautstärke ihre Instrumente zu bearbeiten. Dazu geben sie ins Mikrofon beliebige Töne von sich): Krach ! Anschließend von vorne !

Jetzt überspringen wir wieder einige Zeit bis zum Ende der Veranstaltung und finden uns hinter der Bühne ein.

Lukas (käsig-weiß im Gesicht, sieht schlecht aus, geht zu auf) David (Deivid, gepflegt und gut gelaunt): Grüß dich, David, ich wollte ein Interview mit den Jungens machen, habe ich mit dem Bernd Guckelberger (Kollege von David, SWP Musikverlag) abgecheckt. Vielleicht warten wir noch zehn Minuten, bis die Herrn sich erholt haben.

David: Der Guckelberger hätte mir ja auch Bescheid sagen können. Da läuft nichts, alles was du die Gruppe fragen kannst, kann ich dir auch beantworten.

Lukas: Ich freue mich immer, wenn ich mit Gruppenmanagern so kollegial zusammenarbeiten darf. Dann fahr ich wohl doch lieber nach Hause. Da habe ich auch noch Nervogastrol, das bringt meinen Magen vielleicht wieder in Ordnung - oder sollte ich vielleicht doch lieber im Naturheilverfahren als Gegenmedizin ein wenig Musik hören ? Lake oder so ? (Ist bis zur Unverständlichkeit leise geworden).

So jetzt habe ich keine Lust mehr weiter zu schreiben, Theaterstückchen sind ja auch nicht unbedingt mein Fach. Vielleicht hat der werte Leser aber trotzdem etwas gemerkt - mein Ärger über einen verpatzten Abend, über unfähige „Musiker", über Möchtegern-Stars, über arrogante Manager, das alles sitzt mir verdammt in den Knochen.
Glücklicherweise sind nicht alle Gruppen so wie Jane; die echten Musiker sind in Deutschland sicher in der Überzahl. Ärgerlich wird man erst dann, wenn man auch einmal auf die ökonomische Seite der Angelegenheit schaut. Da hat eine Gruppe wie Jane einen Vertrag bei der Metronome bekommen, der ihnen 600 Tausend DM garantiert, und Leute wie die Kölner Food Band laufen immer noch ohne Vertrag herum. Da verkaufen Jane 70.000 LP's, und musikalisch tausendmal wichtigere Leute (wie Can etwa) liegen am Rande des Existenzniveaus einer Band. Und da soll man nicht dreimal Scheiße brüllen ?
Um auf das zurückzukommen, was ich zu Anfang geschrieben habe:
Für mich liegen eine ganze Reihe Verbindungslinien zwischen dem Jane-Film und der Jane-Gruppe. Alte Bekannte, abgehalfterte Phantasien, Kraftmeiertum, Banalität, Unprofessionalität, das alles verbindet die beiden Janes. Der eine Unterschied allerdings ist der wichtige: Einmal ist es ein ästhetisches Produkt, das konzipiert wurde. Das andere Mal ist es Realität ! Schlecht für Euch, Jane 1