Montag, Januar 24, 2011

Abtreibung

She was a girl from Birmingham
she just had an abortion
she was a case of insanity
her name was Pauline she lived in a tree


She was a no-one who killed her baby
she sent her letters from the country
she was an animal
she was a bloody disgrace

Body I'm not an animal
Mummy I'm not an abortion

Dragged on a table in a factory
illegitimate place to be
in a packet in a lavatory
die little baby screaming


Body screaming fucking bloody mess
it's not an animal it's an abortion

Body I'm not an animal
Body I'm not an abortion

Throbbing squirm, gurgling bloody mess
I'm not a discharge I'm not a loss in
protein I'm not a throbbing squirm Ah!


Fuck fhis and fuck that
fuck it all and fuck the fucking brat
She don't wanna baby that looks like that
I don't wanna baby that looks like that.

Body I'm not an animal
Body i'm not an abortion


Mummy! Ugh!





Ich wuchs in einem Wohnsilo auf, Arbeiterslum. Bis zu meinem elften Lebensjahr wohnten wir in zwei Zimmern. Kein Badezimmer. Außenklo. Neben dem Klo draußen ein alter Luftschutzbunker. In dem hausten die Ratten, und das gefiel mir. Der Bunker war offen, und man konnte reingehen und dort spielen.
Das Wohnsilo war aus der viktorianischen Zeit und beherbergte vierzig oder fünfzig Familien. Ich habe drei Brüder. Ich bin der älteste, und wir sind alle relativ kurz hintereinander geboren. Um ehrlich zu sein, ich weiß nicht, wie alt meine Brüder sind. Weiß nicht, wann sie Geburtstag haben, und sie wissen auch nicht meinen. Wir sind nicht so eine Familie, wir feiern so was nicht. Hatten nie Interesse daran. Bis vor kurzem hatte ich überhaupt keine Beziehung zu meinem Vater. Ich glaub', ich hab' nie ernsthaft mit ihm geredet bis zu dem Tag, als er mich rauswarf:

„Es ist Zeit, daß du abhaust und arbeitest, du Bastard!"

Dann änderten sich die Dinge. Danach sagte er: „Hallo, mein Sohn! Wie geht's? Na, jetzt ernährst du dich selbst." Er hatte das Richtige getan. Sonst wär' ich zur Couch Potato geworden, die von der Stütze der Eltern gelebt hätte.
Meine Familie war sehr, sehr arm. Mein Vater wurde auf den Namen John Christopher Lydon getauft. Ich bin John Joseph Lydon. Sein Vater war ein totaler Alptraum. Die ganze Sippe mußte von Irland nach England rüberkommen, um Arbeit zu finden. Mein Großvater war ein hinterfotziger Weiberheld. „Der alte Sack", so nannten sie ihn. Ich glaube, mein Vater haßte ihn. Merkwürdige Familie, nehm' ich an, aber schillernd, das kann ich euch sagen. Sehr schillernd. Ziemlich gewalttätige Familie auch, besonders bei den Cousins. Kämpfe am Wochenende. Prügelten sich im Hinterhof. Mein Vater kommt aus Galway. Er war Kranführer. Es stimmt, die irischen Arbeiter haben alle schaufelgroße Hände. Benutzen sie auch als solche. Ist die irische Art zu arbeiten. Baustellen. Scheiße schaufeln. John Lydon, Sohn eines Scheißeschauflers. War nix Ehrenrühriges. Praktisch alle, mit denen ich aufwuchs, teilten dasselbe Los. Aber es war ein Alptraum, wenn er uns zur Arbeit mitschleppte: Wahrscheinlich hoffte er, daß wir in seine Fußstapfen treten würden, als Scheißeschaufler extraordinaire. Ich haßte es. mit ihm im Kran zu sitzen. Das war ein lautes, riesiges, stinkendes Metallding. Anderen Kindern hätt's vielleicht gefallen, in dem Kran zu sitzen, aber dieses Kind haßte es. Ich sah mich weit erhaben über all das.

John Lydon

Erwin

Tape Trust



Während meines Zivildienst hatte ich nicht gerade viel Geld. Schallplatten waren zu teuer.
Aber für Cassetten, die deutlich billiger waren reichte es. Und so flatterte fast jede Woche welche in den Briefkasten.
Heute sehr begehrt. Noch begehrter als manche Schallplatte aus jener Zeit, da die Stückzahl winzig waren.
Und dazu gab es noch netten Briefwechsel.

Rainer







KLAR!80



in the early eighties of the last century was a stubbornheadstrong german label for avantgarde-trash recordings that were released on compact-tapes exclusively. kassettentäter. a place for afield-recordings, sketches of pain and bursting satori. seltsam: die anderen veröffenlichungen auf dem düsseldorfer kassettenlabel KLAR!80 sind erreichbar: weit verstreut zwar aber zu finden. diese aufnahmen bisher nicht.some of these can easily be found on other blogs: this one is rather rare. for you.

Brotbeutel

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1981 war für mich bis zu diesem Zeitpunkt sicher das produktivste Jahr, und im Nachhinein getraue ich mich auch zu sagen: das schöpferischste. Nachdem ich im Jahr zuvor “Deutschland nicht über Alles” bei Franz/Rondo veröffentlicht hatte, ging ich Ende 1980 extrem viele Dinge gleichzeitig an: Ich bereitete einen Pseudo-Sampler zur Neuen Deutschen Welle vor, der als “Sehr gut kommt sehr gut” bei Schallmauer Mitte 81 erschien, nachdem Franz ihn abgelehnt hatte. Ende 81 brachte Schallmauer auch die meiner (leider nur meiner) Ansicht beste Platte von mir “Ja-Nein-Vielleicht” raus, wenige Wochen später auch die erste FAMILIY FIVE-Maxi “Bring deinen Körper auf die Party”. Ich schrieb mit Andreas Thiel, dem späteren Produzenten von Fatih Akin das Drehbuch zu seinem Abschlussfilm “O.R.A.V. - Der Film”, spielte die Hauptrolle und machte den Soundtrack dazu. Ich nahm vier Stücke für eine 12” unter “Xaõ Seffcheque & Der Rest” auf, deren Veröffentlichung durch die Finanznöte des Labels scheiterte (Tape liegt noch irgendwo rum). Auf der ersten BLÄSSE-7” spielte ich Schlagzeug, dazwischen lieferte ich mehrere Stunden Musik für das KLAR!80-Cassettenlabel, teilweise solo, mit “Blässe” oder als “Brigitte & Alexander” und spielte zusammen mit Janie, Thomas Schwebel und Peter Glaser die “O.R.A.V.”-Platte ein. Abgesehen davon arbeitete ich für SOUNDS, die gerade entstandene SPEX, war Musikredakteur beim ÜBERBLICK und schrieb für Rowohlts Taschebuchserie “Rocksession”. Daneben entwickelten Hein, Glaser und ich mit Horst Königstein das Drehbuch für den Fernsehfilm “Lastwagenkrieg”, spielten den Soundtrack ein sowie unsere Rollen als Protagonisten des merkwürdigen Streifens.
Und ich verliebte mich unglücklich.
Als mir dann Ende des Jahres alles zu viel wurde, nahm ich zu Hause mit der Revox und der 4-Spur-TEAC mal eben ein Dutzend Lieder auf, die für mich so etwas wie eine Hirn-Sauna waren, mit der ich mein angeschlagenes nervliches Immun-System wieder zu stabilisieren versuchte.

Xao

Eine kleine Abordnung von AUTONA besuchte Xaõ Seffcheque (Bild, 1.v.l.) zu Hause im Kölner Süden: ein Künstler, der seit 30 Jahren in den verschiedensten Kunstrichtungen brilliert. Zuerst solo als Musiker und Autor und ungemein wichtiger Protagonist der folgenschweren Punk/New Wave Explosion in Düsseldorf Ende der 70er/Anfang der 80er, reüssierte er später unter anderem als musikalischer Leiter und Gitarrist der FAMILY 5 und als Drehbuchautor für Film und TV.

AUTONA





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Werke von XAO


KINO- und TV-SPIELFILME / Drehbuch:

„O.R.A.V. – Der Film“; Kino; 37 Min.; 1981; (zus. m. A. Thiel)

"Lastwagenkrieg", TV-Spielfilm, 90 Min., 1982, NDR-Eigenproduktion,
(zusammen mit N. Stiller/P. Hein, P. Glaser).

"Manta - der Film", Kino-Spielfilm (Komödie), Royal/Senator; 90 Min., 1991,
Prädikat "Wertvoll", (zusammen m. M. Arnal)

"Einfach nur Liebe", Kinofilm, 90 Min.; Relevantfilm; 1993, Prädikat: "Wertvoll"., (m. M. Arnal)

“Theaterdonner”; TV-Spielfilm (Komödie), 1994, Polyphon/NDR; 90 Min, (m. M. Arnal)

„Die tapfere Schneiderin“, TV-Spielfilmkomödie, 60 Min.; 1995; Polyphon/NDR; m. M. Arnal)

"Mit meinen Augen"; TV-Spielfilm über vier Künstler; 60 Min.; 1996; SWR-Eigenproduktion

“Die Spur meiner Tochter”, zweiteiliger TV-Politthriller (m. Goetz George; R: Hajo Gies),
1999/2000; Coloniamedia/SAT-1; 2 x 90 Min;

„Die Kleinen und die Bösen“; 2005; Kino; 100 Min.; zus. mit Martin Ritzenhoff.

„Die dunkle Seite“; 2006; TV-Movie; 90 Min.; Tatort/SWR, zus.mit J. Starbatty.

„Der Kormorankrieg“; 2007; TV-Movie; 90 Min.; Tatort/SWR, zus. mit M. Dinter

„Der Tod und das Mädchen”; 2008; 90 Min.; Polizeiruf 110; zus. m. J. Starbatty;



TV-SERIEN und -REIHEN / Drehbuch (Auswahl)



"Reschkes großer Dreh", TV-Teen-und-Twen-Serie (6 x 50 Min.), 1985,
BAVARIA/WWF, (6 Folgen; m. M. Arnal).

“Losberg”, TV-Serie; WWF/Cinevision; 1986-88; 52 x 25 Min.; zus. m. M. Arnal).

"Doppelter Einsatz", TV-Serie,1992/93, Studio Hamburg/RTL; zus. m. M. Arnal)

“Der Fahnder”, TV-Krimi-Serie, Coloniamedia/WWF/ARD; 45 Min.; 1991 - 2000;

“Der Clown”, TV-Serie; 1999; RTL/ActionConcept; 45 Min.

„Die Anrheiner“; TV-Serie; 1999/2000; WDR/Zieglerfilm; 7 Folgen á 30 Min.

“SK KÖLSCH”, TV-Serie, Nostro/SAT-1; 45 Min.; 2001

“Ein Fall für Zwei” TV-Serie; ZDF/Odeon; 60 Min.; 2002 -07;

„Was nicht passt wird passend gemacht“; TV-Comedy; 25 Min.; Westside/Pro-7; 2003;

HEAD-WRITING / SEMINARE etc.

„Divorce Court“; TV-Gerichts-Comedy; 1993/94; RTL/Fremantle;
(Story-Editor und Set-.Autor f. 36 Folgen)

Treatment- und Stoffentwicklungsseminar Filmhaus Köln;
Seminarleiter 1996 – 2005; zus. m. M. Arnal

Treatment- und Drehbuchseminar; Seminarleiter für ActionConcept; 2000

„Anti-Soap“, SS 2004 FH Darmstadt, Seminar f. Filmrealisation
zus. m. Max Augenfeld und Sven Kierst

„Der Stoff aus dem die Filme sind“, WS 2004/05, 05/06, 06/07; Dozentur an der FH Darmstadt

"Serienschreiben für das Fernsehen", 2006, Filmhaus Köln, mit Michael Arnal

PREISE / NOMINIERUNGEN

Drehbuchpreis 1990 des ORF für die Krimi-Komödie „Die Scheinheiligen“, (m. M.Arnal)

Nominierung f. d. Deutschen Filmpreis 2003 / Bestes unverfilmtes Drehbuch
„Helden für einen Tag“, Zus. m. Martin Ritzenhoff

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Was ich von Xao habe: