Sonntag, Januar 23, 2011

Sonniger Tag






in Radolfzell hat die halbe Stunde Aufenthalt gerade gereicht die Curry Wurst hinunter zu schlingen ud dachte dann an den schlichten, guten

"Kommt mal raus aus Eurem Keller!"

Stern – Ausgabe Nr. 14 – 26.März 1981

Ich vermute dass auf dem Bild mit der blonden Frau mit der lila Latzhose (sehr beliebt damals) Peter Hein und Thomas Schwebel, beide Fehlfarben, zu sehen ist.













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Interview mit Carmen Knoebel, ehemalige Inhaberin des Ratinger Hof, heute Kunstmanagerin (im Dezember 2003)

Campino: "Die ersten Punk-Cliquen im Ratinger Hof bestanden aus Kids, die nicht viel anders waren als ich - höchstens älter. Man traf sich jeden Nachmittag auf der Ratinger Straße, hing gemeinsam ein paar Stunden ab, wühlte in den Plattenregalen vom 'Rock On'. Wir waren wohl irgendwie befreundet. Wir waren es nämlich meist nur hier, in der Altstadt, selten zuhause. Jeder ist hinterher wieder allein nach Hause gegangen, wenn er das Gefühl hatte, für heute genug gelabert, gesoffen und gepöbelt zu haben."

??? Im Jahr 1974 haben Sie eine neue Ära in der Düsseldorfer Altstadt eingeläutet...

Carmen Knoebel: 1974 haben wir, meine Kollegin Ingrid Kohlhöfer und ich, den Ratinger Hof übernommen. Ich würde aber heute rückblickend sagen: Das war ein Schuss, der nach hinten losgegangen ist. Das Domino, das wir vorher betrieben haben, war eigentlich viel besser. Das war ein Laden von 30 Quadratmetern, mit Riesenboxen drin. Die Musik war das Wichtigste und hat alles beherrscht. Der Ratinger Hof war da eine ganz andere Nummer, erforderte zum Beispiel viel mehr Personal. Und zu dem Zeitpunkt, als wir ihn übernahmen, war der Hof eher noch eine Hippie-Kneipe mit Teppichen auf den Tischen und jointsgeschwängerter Luft. Ab 1974 wurde er aber dann eine ziemlich hippe Sache für Düsseldorfer Verhältnisse.

??? Wer hat die ersten Punk-Platten in den Ratinger Hof gebracht?

Carmen Knoebel: Die ersten Platten hat wohl Peter Hein mitgebracht. Hinterher war es aber vor allem Jürgen Krause, genannt "Der Kamener". Der wohnte in Kamen, kaufte seine Platten aber immer in Düsseldorf ein. Weil er zwischen Plattenladen "Rock On" und Ratinger Hof keine Möglichkeit hatte, die Neuerwerbungen zu Hause abzustellen, brachte er sie zwangsläufig mit. Wer sich auch immer sehr gut auskannte, das war Markus Oehlen aus Krefeld, der an der Kunstakademie studierte. Den habe ich dann irgendwann gefragt, ob er nicht bei uns Platten auflegen wolle. Und bei mir selbst hat es Klick gemacht, als ich zum ersten Mal das Hammer-Album "The Modern Dance" von Pere Ubu hörte.
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Text gestohlen auf der Toten Hosen Seite.

Rainer