Montag, Januar 10, 2011

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Lizzy Mercier Descloux is gone


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R. Hell Site Forum Message


Lizzy Mercier Descloux is gone


Posted by: Richard Hell (‘address in forum heading’)
Posted on: 29 Apr 2004

Message:

Lizzy Mercier Descloux has died. She was diagnosed with cancer a year ago. I met her in 1975 when she came to New York from Paris at the age of eighteen to investigate what musicians were doing on the Bowery (she would eventually make some albums herself). She was the primary model for the "love interest" Chrissa in my novel Go Now. These lines from that book are based on those first weeks I knew her:

In the course of the three weeks she first spent here she'd moved me and removed me and then moved into me, leaving me gasping--I can still feel it in my stomach when I think about it--like I was the invaded victim in a space-parasite movie, as if my heart and lungs were furniture she might be throwing out but would certainly rearrange at whim. She seemed to come from another dimension.

She was little, with matted hair. She had--she has--a strong jaw and these big marshy lips. Eyes like drains, like reality drains, like in Psycho where Janet Leigh's blood whirlpools away down the tub along with everything else in the movie. Her nose is flat, her whole face is flat. A slim body, nearly hipless [...]

She was a spectacle: carnivore and prey in one, like a walking wildlife film, with that riveting amoral charisma of nature. A complete mystery. At 17 she was more sophisticated than anyone I'd ever known, while also seeming utterly unaffected. Or at least her affectations came from such a stubborn confidence and will to defy convention that they were irresistible [...]

Feigenblatt



Zum Geschlechtsakt muss ich mich zwingen
Ich bin 25 Jahre alt und stehe, seit ich denken kann, auf Mädchenspucke. Ausleben kann ich das nur, indem ich mich regelmäßig von verschiedenen Mädchen bespucken lasse, was sich auch ohne größeren Aufwand umsetzen lässt. Es müssen jedoch immer wieder andere, fremde Mädchen sein, die ich aber noch relativ leicht finde.
Leider ersetzt der Fetisch bei mir aber vollständig den Geschlechtsakt. Er macht mir keinen Spaß und ich kann mich dazu nicht motivieren, sondern muss mich zwingen. Einen Orgasmus habe ich noch nie bekommen. Auch beim Anspucken lassen bleibt es bei einer Erektion, wenn überhaupt. Lediglich im Tiefschlaf bekomme ich selten Orgasmen. Eigentlich stört mich das alles nicht. Mein Problem ist aber, dass meine Freundin damit nicht leben kann. Zum einen braucht sie Sex und zwar mit mir, und zum anderen belastet es sie, wenn ich mich von fremden Mädels bespucken lasse.
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Sie fühlt sich als Sexualobjekt
Meine Ehe steckt in sexueller Hinsicht seit längerer Zeit in der Krise. Meine Lust auf Sex beziehungsweise die Fähigkeit, überhaupt genügend erregt zu sein, um Sex zu haben (Erektion), tendiert in den letzten Jahren gegen null. Meine Frau und ich denken, dass hier zwei Neigungen/Fetische auf meiner Seite mitverantwortlich sind. Es handelt sich im einen Fall um Latzhosen und im anderen um Bondage/Fesselspiele. Bei beiden Neigungen ziehe ich meine sexuelle Lust rein aus dem visuellen Erleben, wie ein Voyeur. Meine Lust schließt den Wunsch nach gleichzeitigem Sex nicht mit ein. Selber Latzhosen zu tragen, ist manchmal auch lustvoll für mich. Früher stärker, heute nicht mehr so. Und wenn ich selbst gefesselt bin, kann es ebenfalls lustvoll sein.
Meiner Frau habe ich nach einem halben Jahr von meinen Neigungen erzählt. Sie hat es dann zwar akzeptiert, aber immer versucht zu verdrängen. Nach vier Jahren war meine , Frau bereit, selber Latzhosen zu tragen. Sie hatte aber immer Probleme damit, da sie eine Latzhose als lächerliches und peinliches Kleidungsstück empfindet. Außerdem hatte sie später immer das Gefühl, wegen der Latzhose für mich nur noch ein Sexualobjekt zu sein. Bondage ist kein Thema in unserer Beziehung. Wir haben ein paar Mal experimentiert, aber für meine Frau ist es nicht erregend und körperlich unbequem.

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Aus dem letzten „Feigenblatt“

Samstagmorgen,

ich sitze mit meinem zwölfjährigen Sohn am Küchentisch. Wir frühstücken. Ich habe Tee gekocht. Anton führt seine Teetasse mit der linken Hand zum Mund. Früher war er Rechtshänder, vor dem Unfall. In den letzten drei Jahren hat er umlernen müssen. Er schneidet sein Brötchen. Er hält es mit der rechten Hand, das Messer in der linken. Seinen rechten Arm hat er zwischen Tischplatte und Körper geklemmt und so fixiert. Sonst würde die rechte Hand zu sehr zittern, und es wäre beinahe unmöglich, die Butter zu streichen. Aber auch so zittert die Hand noch ein wenig. Besonders schwierig ist es für ihn, ein Ei zu essen. Hält er es in der rechten Hand, tanzt es. Hält er das Ei in der linken, zittert der Löffel unkontrollierbar. Manchmal kann ich nicht hinsehen, wenn er sich so abmüht.



Ich schlage die Tageszeitung auf. Ich finde einen Artikel, in dem von einem Heiler in Neuseeland berichtet wird, der große Erfolge in der Behandlung von Schädelhirntraumata und daraus resultierender Bewegungsstörung erzielt hat, die man Ataxie nennt. Sofort buche ich Flüge, am nächsten Tag fliegen Anton und ich hin. Der Heiler legt ihm die Hände an die Schläfe, massiert den rechten Arm, murmelt unverständliches Zeug und zerdrückt noch ein paar Ameisen auf Antons Kopf. Anschließend ist er geheilt. Dieser Traum lässt mich seit Jahren nicht los. Es spielt keine Rolle, ob darin ein Heiler aus Neuseeland vorkommt oder ein Neurologe in den USA. Wichtig ist nur, dass Anton gesund wird.

In meinem Traum kann er am nächsten Tag seinen rechten Arm wieder ganz normal benutzen. Er kann ein Ei essen, ohne dass er Angst haben muss, es fällt vom Tisch. Vielleicht beginnt er auch wieder zu malen oder Klavier zu spielen. Vor dem Unfall im Jahr 2001 hat ihm das großen Spaß gemacht. Und er war sehr gut darin. Der Unfall geschah einen Tag, bevor die Flugzeuge in das World Trade Center flogen. Anton war neun Jahre alt. Ein begnadeter Sänger, er sang im Hamburger Knabenchor. Damals wohnten wir noch in Hamburg. Als ich um kurz nach sechs nach Hause kam, war die Stimme der Chorleiterin auf dem Anrufbeantworter. »Tut mir leid, Frau Humpe, aber ich muss Ihnen mitteilen, dass Ihr Sohn angefahren wurde. Er wird jetzt in ein Krankenhaus gebracht.«

Die Chorprobe war um 18 Uhr zu Ende, Anton war auf dem Weg nach Hause. Unsere damalige Wohnung lag nur wenige Straßen entfernt. Ich bin alleinerziehende Mutter und berufstätig, ich habe früh begonnen, meinen Sohn zur Selbstständigkeit zu erziehen. Ein Neunjähriger kann durchaus die wenigen Schritte allein nach Hause gehen, dachte ich. An diesem Abend hatte Anton schlechte Laune. Er hatte sich bei der Probe mit einem anderen Jungen gestritten. Er ging nicht wie sonst die 150 Meter bis zur Kreuzung zur Fußgängerampel, er lief vor der Tür über die Straße, zwischen den parkenden Autos hindurch. Ein Wagen, der, wie die Polizei später feststellte, mit 50 Stundenkilometern durch die 30er-Zone gerast ist, erfasste ihn. Er wurde neun Meter weit durch die Luft geschleudert, schlug mit dem Kopf auf die Bordsteinkante. Der Fahrer musste nicht einmal Bußgeld zahlen.

Als ich ankam, lag Anton bewusstlos im Krankenwagen. Er war fixiert und hatte einen Schlauch im Mund. Er hatte schwere Kopfverletzungen erlitten, deshalb fuhr der Wagen sehr langsam ins Krankenhaus. Dort wurde Anton geröntgt und untersucht, fünf Stunden lang. Ich saß da und machte mir schreckliche Vorwürfe. Wenn ich ihn abgeholt hätte, wie andere Mütter ihre Kinder, wäre das alles wohl nicht passiert.

Die Ärzte sprachen von einem schweren Schädelhirntrauma, von Blutungen im Kleinhirn. Sie wussten nicht, ob er die Nacht überleben würde. Wenn das Gehirn in den nächsten Stunden zu sehr anschwelle, hieß es, werde er sterben. Aber ich wusste, das mein Kind nicht stirbt. Das spürte ich. Doch selbst für den Fall, dass Anton die Nacht überleben und wieder aus dem Koma erwachen würde, waren die Prognosen der Ärzte finster. »Wir können nicht sagen, ob er je wieder sprechen oder laufen kann«, hieß es.

Anton lag 14 Tage im Koma, und als er danach die Augen öffnete, erkannte er mich nicht. Er regierte auf nichts. Das Wachkoma dauerte drei Wochen. Danach kam Anton ein halbes Jahr in eine Reha-Klinik, ich lebte dort mit ihm. Wenn ich nicht mehr konnte, löste mich sein Vater ab. Später fuhren wir beide weitere sechs Monate lang zu verschiedenen Therapeuten. Anton musste alles neu lernen – gehen, schlucken, reden, alle Bewegungen und Worte mussten neu abgespeichert werden. Anfangs war nicht einmal sicher, ob diese Fertigkeiten überhaupt zurückkommen würden.

In der ersten Zeit weinte ich jeden Tag. Manchmal war ich total wütend – auf mich selbst, das Schicksal, auf Anton, auf jede Mutter, die gesunde Kinder hat. Ich konnte den Anblick glücklicher Familien nicht ertragen. Einige Jahre zuvor, kurz nach Antons Geburt, hatte ich mir von einem Astrologen ein Horoskop erstellen lassen, und der hatte behauptet, Anton würde ein beschütztes Kind sein. Ich war stinksauer auf diesen Typen. Mittlerweile denke ich, dass er Recht hatte. Keine der negativen Prognosen ist eingetroffen. Anton hat wieder laufen gelernt und ist spitze in der Schule. Er hat einen Notenschnitt von 1,7 und eine Empfehlung für das Gymnasium. Wir sind nach Berlin gezogen, weil die schulischen Voraussetzungen hier besser für ihn sind. Ich konnte allerdings auch den Anblick der Straßenecke nicht mehr ertragen, an der der Unfall geschah.

Zugegeben, manchmal ist Anton ein wenig langsamer als früher. Weil er im Kopf ständig Umwege machen muss. Aber er kommt an. Ich bewundere ihn maßlos für das, was er in den vergangenen Jahren erreicht hat. Für seine Disziplin und Zähigkeit, mit der er sich all diese Fertigkeiten mühsam zurückerobert hat. Er hat gelernt, sein Leben zu meistern. Sogar bei den Mädchen kommt er gut an. Er ist an dem Unfall spürbar gewachsen.

Aber an der Ataxie beißen wir uns seit Jahren die Zähne aus. Das Zittern in der rechten Hand ist geblieben. Mal zittert sie, mal nicht, völlig unkalkulierbar. Mal sagen die Neurologen, er müsse lernen, damit zu leben. Ein anderes Mal, es könne besser werden, wenn er übt. Anton übt, aber es wird nicht besser. Ein großer Zwiespalt für mich – soll ich ihn weiter antreiben? Überfordere ich ihn? Ich wünsche mir sehr, dass seine Zitterhand wieder normal wird. Anton ist sehr musikalisch, aber er kann nicht mehr Klavier oder Gitarre spielen. Er hat mit Begeisterung gemalt und gebastelt, auch das geht nicht mehr. Nichts, wozu Feinmotorik nötig wäre. Das macht mich entsetzlich traurig.

Manchmal gehe ich Anton auf die Nerven. »Was willst du eigentlich? Ich komme doch gut klar«, sagt er. Es stimmt, es gelingt ihm besser als mir, mit der Situation zurechtzukommen. Vielleicht liegt es an meinen Schuldgefühlen, aber ich kann den Traum, dass er wieder völlig gesund wird, nicht loslassen. Vielleicht geschieht ja ein Wunder, und mein Traum geht in Erfüllung. Vielleicht liest gerade jemand diesen Text, ein Arzt, ein Therapeut, jemand, der mit solchen Störungen Erfahrungen hat und schon gute Ergebnisse in der Behandlung erzielt hat. Und irgendwann in den nächsten Tagen klingelt mein Telefon.

Annette Humpe