Samstag, Januar 08, 2011

KALTES KLARES WASSER.

Aus der Zeitschrift Report von einem kat ein Konzertbericht von dem Festival BERLIN ATONAL, Mitte der 80ger Jahre

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„Wir kamen gegen 19.30 (aus Braunschweig, durch DDR, nach Berlin) hungrig,durstig, abgenervt und mit nur noch 30 dm zu dritt am SO 36 an

Großer Schock

Eintritt 12 dm-macht 36 dm für drei Leute.
Nächsten problem&

MALARIA sollten als dritte um 22.30 spielen.auf gut deutsch, nicht vor 23.00.

Wir würden also nicht vor 4.00 zu hause sein,und meine beiden begleiter mußten montag arbeiten.
Fast hätte ich vollkommen frustriert den heimweg angetreten (und euch wäre dieser bericht erspart geblieben und mir der Streß mit der Schreibmaschine)', da erschien karl als unerwarteter retter.
Er versprach, uns später umsonst reinzulassen!

MALARIA

haben langsamer gespielt als auf platte wodurch TOT-DEATH gewonnen hat, das stück kam so stark daß ich ne gänsehaut gekriegt habe!
Der auftritt war viel zu schnell zu ende. malaria liessen ziemlich um die zugabe bitten - spielten nur ein stück - und verschwanden wieder. ich kämpfte mich nach draußen um Lutz und blümchen zu suchen - das saallicht und die mucke gingen an - (die mucke vom band natürlich) - das gedränge zum ausgang ging los - während vorne noch gerufen wurde. plötzlich bekannte töne:

KALTES KLARES WASSER.



MALARIA hatten sich zu ner 2.zugabe hinreißen lassen - schon wieder positive überraschung! ich kämpfte mich gar nicht erstt nach draußen sondern nutzte die Chance um zu tanzen. nach den stück verabschiedeten sich MALARIA mit den Worten:
"jetzt können wir wirklich nicht mehr" und wir traten

DIE HEIMREISE

(BERLIN –WEST - DDR nach Braunschweig)

bleibt nachzutragen daß wir bereits in der "ddr" (das war toby bibsch!) den reservekanister bemühen mußten - bei der ausreise gestoppt wurden weil wir nicht angeschnallt waren (zahlen konnten wir ja nicht. - mal sehen ob noch was kommt!). von unseren grenzhütern wurden unsere ausweise per Computerüberprüft und schließlich sind wir einen km vor

Schandelah



ohne sprit liegengeblieben.

Zum ersten mal war ich froh daß ich hier wohne - bis Braunschweig hätten wir es niemals geschafft und dann hätten wir alt ausgesehen.

Fazit: viel stress/viel generve - aber MALARIA haben sich gelohnt! HURRA!!!“
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Also, wer die Strecke Braunschweig – DDR – WEST-Berlin von damals kennt wird jetzt aufatmen.
Ich selbst machte das etwa dreimal mit.
Selbst heute habe ich noch Beklemmungen wenn die ich die ehemalige Grenze zu den neuen Ländern, der alten DDR, überfahre

Rainer




Foto: Niemandsland © KvK, 2010

Cafe Mitropa 1986



Berlin, 26. August 1986 vormittag im " MITROPA" damals schon "Cafe M", und unser Wohnzimmer (tagsueber). Nach dem Club is vor dem Club. Erwin zaehlt Geld, hat aber ein herz fuer kuenstler. Gab immer was zu esen. Niemals wurde man von einer Service-Kraft belaestigt. So konnte man locker 7 Stunden ueber einer " Latte Macciato" ( ehemals Milchkaffee) sitzen, und sich von anderen Passengers einladen lassen, um darueber das Bezalen zu vergessen. Nunzio von nebenan zeigt "Luftwixen", die "Notorischen Reflexe" treffen sich zum "ArbeitsFruehstueck". Ne Menge leute kommen und gehen. Andrea ist auch dabei.
1986 In der Kamera geschnitten. Up & Running.

©1986 hoffmeister.tv

Bahnhof Zoo, mein Zug fährt ein,
ich steig aus, gut wieder da zu sein.
Zur U-Bahn runter am Alkohol vorbei ,
Richtung Kreuzberg, die Fahrt ist frei,
Cottbuser Tor, ich spring' vom Zug ,
zwei Kontrolleure ahnen Betrug.
Im Affenzahn die Rolltreppe rauf,
zwei Türken halten die Beamten auf.
Oranienstraße, hier lebt der Koran,
dahinten fängt die Mauer an.
Mariannenplatz rot verschrien,
ich fühl' mich gut, ich steh' auf Berlin!
Ich fühl' mich gut! (Wir steh'n auf Berlin)
Ich fühl' mich gut! (Wir steh'n auf Berlin)

Graue Häuser, ein Junkie im Tran,
es riecht nach Oliven und Majoran.
Zum Kanal an Ruinen vorbei,
dahinten das Büro der Partei.
Auf dem Gehweg Hundekot,
ich trink Kaffee im Morgenrot.
Später dann in die alte Fabrik,
die mit dem Ost-West-Überblick.
Zweiter Stock, vierter Hinterhof,
neben mir wohnt ein Philosoph.
Fenster auf, ich hör' Türkenmelodien,
ich fühl' mich gut, ich steh' auf Berlin!
Ich fühl' mich gut, wir steh'n auf Berlin!
Ich fühl' mich gut!
Ich fühl' mich gut! (Wir steh'n auf Berlin)
Wir fühl'n uns gut! (Ich steh' auf Berlin)

Nachts um elf auf dem Kurfürstendamm
läuft für Touristen Kulturprogramm,
teurer Ramsch am Straßenstand,
ich ess' die Pizza aus der Hand.
Ein Taxi fährt zum Romy Haag,
Flasche Sekt hundertfünfzig Mark,
fürn Westdeutschen, der sein Geld versäuft.
Mal sehn, was im Dschungel läuft,
Musik ist heiß, das Neonlicht strahlt.
Irgendjemand hat mir 'nen Gin bezahlt,
die Tanzfläche kocht, hier trifft sich die Scene,
ich fühl' mich gut, ich steh' auf Berlin!
Ich fühl' mich gut! (Wir steh'n auf Berlin)
Ich fühl' mich gut! (Wir steh'n auf Berlin)

Berlin, Berlin, Berlin, ...
Berlin, Berlin, Berlin, ...
Ich fühl' mich gut! (Wir steh'n auf Berlin)
Ich fühl' mich gut! (Wir steh'n auf Berlin)



Mal sehn, was im Dschungel läuft,