Freitag, Januar 07, 2011

padeluun

Ein grauer kalter Berliner Novemberabend 1982 im Cafe M oder Cafe Mitropa. Der Eintritt zu einer Vorführung von Super 8 Filmen war kostenlos. Der Filmemacher persönlich war anwsend. Für mich eine kleine Berühmtheit.
In der Musikzeitschrift Sounds war des öfteren von ihm zu lesen.

Das berühmte Szenecafe. Eher schäbig. Wie die anderen Szenelokale in Berlin auch. Das Bier etwas schal. Die Bedienung eher ruppig.

Padeluun, mager, kränklich erscheinend, oder ausgehungert. Kaum Publikum im Raum.
In damaligen Berlin gingen die jungen Leute oft deswegen in ein Cafe, die meist überheizt waren, da die besetzten Häuser in denen sie wohnte schlecht zu heizen waren oder gar nicht erst geheizt wurden.

Der Filmemacher schaltete ein winziges TV Gerät und zu sehen war ... kann mich nur an wilde Schnitte und Farbklekse errinnern.
Die Vorstellung war dann auch reichlich kurz.. Das Publikum ermüdet und gelangweilt.

Der Künstler sammelte dann Geld mit seinem Hut.

Die Dame neben mir machte ihre Geldbörse auf und es war ein 50DM Schein zu sehen.
Der Künstler kreischte:“den Braunen will ich. Den will ich.“

Die Dame erbost:“Hast du eine Macke. Davon muss ich den ganzen Restmonat noch leben.“
Soweit ich weiß, war der Monat gerade mal eine Woche alt.

Zwei Tage später fuhr ich wieder weg aus diesem trübsinnigen Berlin nach Hause zum Bodensee.

Rainer




Ende der 1970er Jahre war padeluun in der Düsseldorfer New-Wave- und der Berliner Punk-Szene als Performance-Künstler und als Super-8-Filmer aktiv. Er war sporadisches Mitglied von Minus Delta t und ist einer der Protagonisten in Jürgen Teipels Roman Verschwende Deine Jugend.[2] Seit 1984 arbeitet er in Bielefeld und wurde durch eine Reihe von Aktivitäten und Projekten bekannt. Sein Projekt Art d’Ameublement (gemeinsam mit Rena Tangens) wurde 1984 mit dem Sonderpreis des Marler Video-Kunst-Preises ausgezeichnet. 1987 nahm er zusammen mit der Gruppe ASA am Performance-Programm der documenta 8 teil.[3] Zwei Jahre später gehörte padeluun zu einer Gruppe von Künstlern und Pionieren der elektronischen Kunst, die zur Ars Electronica in Linz 1989 Van Gogh TV vorstellten. 1990 zeigten sie auf der Ars Electronica das Projekt Hotel Pompino.[4]

Nerds: Weltretter mit Hornbrillen? * Elektrischer Reporter #10 from Dominic Kennedy on Vimeo.